Von wegen Patina!

Carlo Maria Giulini dirigiert Gluck und Pergolesi

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Zwei frühe Tondokumente des Dirigenten Carlo Maria Giulini, die auf dem deutschen Markt weitgehend ignoriert wurden, hat Günter Hänssler jetzt in seiner Profil-Edition neu aufgelegt. Sie bereichern die Diskografie dieses Musikers, auch in Hinblick auf sein Repertoire, in dem er später andere Schwerpunkte setzte.

«Iphigénie en Tauride», 1952 nach einer Festspielproduktion in Aix-en-Provence unter Studiobedingungen eingespielt und vom französischen EMI-Ableger Pathé Marconi veröffentlicht, darf als ein Meilenstein in der neueren Gluck-Rezeption gelten.

Giulini hielt sich konsequent von einer romantisierenden Aufführungspraxis (also Bearbeitungen von Wagner und Strauss) fern und setzte das Original wieder ins Recht. Wenn man die Aufnahmen unter Martin Pearlman oder Marc Minkowski im Ohr hat, hört sich Giulinis Version zwar auch schon wieder historisch an, doch ihre dramatische Eloquenz reißt von der Ouvertüre an mit. Was für ein glutvoller Theaterdirigent Giulini in jüngeren Jahren war! Das Orchester des Pariser Conservatoire, schon von Wagner gerühmt, folgt ihm mit Elan – von klassizistischer Patina kann keine Rede sein.

Erstklassig auch die Sängerbesetzung. Léopold Simoneaus geradezu ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta

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