Glückes Schmied
Nein, eine Erfolgsgeschichte konnte man das groß angelegte «Ring»-Projekt der Berliner Philharmoniker bislang wirklich nicht nennen: Vier Jahrzehnte, nachdem Herbert von Karajan die Salzburger Osterfestspiele für seine bahnbrechende Tetralogie-Interpretation gegründet hatte, erarbeitet sich das Orchester Richard Wagners Bühnenendspiel erneut. Seit 2006 gibt es in jedem Juni zunächst in Aix-en-Provence die Premieren, im darauf folgenden Frühjahr dann eine Wiederaufnahme in Salzburg.
Jedes Teilstück steht dabei für sich: Eine zyklische Aufführung ist aus Kostengründen weder in Südfrankreich noch in Österreich geplant.
Eine Riesenenttäuschung war bislang vor allem die Inszenierung von Stéphane Braunschweig. Der in Frankreich hoch geschätzte Schauspiel- und Musiktheaterregisseur, der seit 2000 das Théâtre National de Strasbourg leitet, erwies sich von Anbeginn als braver Geschichtenbebilderer ohne Fortüne in der Personenführung. So ist es auch diesmal beim «Siegfried»: Wer als Sänger nicht selbst etwas anbietet, seine Rolle von innen heraus belebt, wie der großartige Burkhard Ulrich als Mime, der bleibt eine Schachfigur auf dem mit Schiebewänden ummauerten Spielfeld, wird ohne ...
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Opernwelt August 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Frederik Hanssen, Frieder Reininghaus, Gerhard Rohde
Mit seiner 1817 uraufgeführten «Diebischen Elster» schuf Gioacchino Rossini sozialistisches Musiktheater, lange bevor es den Sozialismus gab: Die Heldin dieses melodramma, das Dienstmädchen Ninetta, stammt nicht bloß aus der untersten Gesellschaftsschicht, sondern nimmt für ihre Gefühle auch noch die große Arienform in Besitz, die bis dahin weitgehend der...
Eigentlich wollen wir sie nicht mehr sehen, diese Herren in ihren mausgrauen Anzügen, mit Schlips und Köfferchen. Und dieses Lounge-Mobiliar mit Ledersofa, Rolltreppen, Hotel-Lobby- und Airport-Lifts. Dennoch: Christian Schmidts «Rinaldo»-Ambiente in Zürich geht letztlich doch auf. Zumal, wenn sich herausstellt, dass Ramses Sigls Schlips-und-Kragen-Ballett der...
Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten brachte David Cronenberg den Film «The Fly» heraus. Darin entwickelt der ehrgeizige Biochemiker Dr. Brundle die Technik der «Teleportation». Vermittels dieser werden komplexe Substanzen, später auch Lebewesen atomisiert, die Elementarteilchen per Funk verschickt und am Zielort wieder zusammengesetzt. Brundle, der näher mit einer...
