Haus der Kulturen
Wie muss eine Opernproduktion aussehen, die auf fünf Kontinenten gezeigt werden soll, in Los Angeles und Peking, in Sydney und Kairo, Kasachstan und Genua? Ihre Premiere erlebte die demnächst weltweit herumgereichte «Lakmé» jetzt im Oman, wo sie für das 2011 eröffnete Opernhaus einen wichtigen Schritt darstellt, nicht nur was die internationalen Beziehungen betrifft. Die Produktion wurde in Muscat geprobt, die Kostüme stammen aus heimischen Werkstätten.
Das ist insofern etwas Besonderes, als das prachtvoll ausgestattete Haus bislang eher den Rahmen für Gastspiele abgab.
Sultan Qaboos Bin Said initiierte es, um einen kulturellen Dialog in Gang zu setzen. Der seit 1970 herrschende Monarch des Oman ist der Musik und den darstellenden Künsten seit seiner Studienzeit in Europa zugetan. Die Ziele, die er mit dem Theaterbau in Muscat verfolgt, lassen sich in etwa so zusammenfassen: Seine Landsleute sollen das Kulturerbe europäischen Musiktheaters kennenlernen, die Musik (westliche wie arabische) als humanitäre Botschaft gepflegt werden, in einem weiteren Sinn der Oman als interkulturelles Forum über die arabische Halbinsel hinaus positioniert werden. Das mag nach Absichtserklärungen ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Reportage, Seite 48
von Stephan Mösch
Während Jean-Philippe Rameaus Opern inzwischen auch außerhalb Frankreichs einen Platz im Repertoire gefunden haben, tut man sich mit seinen opéra-ballets immer noch schwer. Diese Mischgattung aus Gesang und Tanz, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Blütezeit erlebte, ist ohne den höfischen Rahmen, für den sie geschaffen wurde, nicht leicht...
Frau Margaine, zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch!
Wozu?
Sie erwarten ein Baby.
(Lacht) Ja, es ist unglaublich.
Hat diese Aussicht Auswirkungen auf die Art, wie Sie singen oder wie Sie Ihren Beruf sehen?
Natürlich spüre ich, dass der Körper sich verändert. Anfangs hatte ich die üblichen Schwangerschaftssymptome, fühlte mich oft schlapp, war schnell müde usw....
Vor ein paar Jahren dachten wir noch, es sei eine fiktive Dystopie, die Dave Eggers in seinem Roman «The Circle» von 2013 ausmalte. Der Circle, ein gigantischer Internet-Konzern, bündelt alle Nutzerdaten. Die User unterwerfen sich dessen Heilsversprechen bis zur völligen Auflösung des Persönlichen: Geheimnisse sind Lügen, Teilen ist Heilen, alles Private ist...
