Wagner: Siegfried
Fast vollendet ist der 2006 begonnene Detmolder «Ring»: Ab der nächsten Spielzeit soll die Tetralogie im Zusammenhang gezeigt werden – für einen so kleinen Theaterbetrieb die wohl größte denkbare Herausforderung. Möglich wurde das nicht zuletzt durch den neuen vergrößerten Orchestergraben, der 2008 eingeweiht wurde. Für «Siegfried» konnte GMD Erich Wächter deshalb über rund 60 Orchestermusiker verfügen, die einen überraschend warmen, vollen und ausgeglichenen Klang produzierten.
Gewiss, es fehlte hie und da an Politur, die Intonation der Streicher war nicht immer über jeden Zweifel erhaben – im Ganzen aber wurde eine dynamisch und klangfarblich reich schattierte Aufführung geboten, die auch die Sänger optimal trug: So war auch für ein hohes Maß an Textverständlichkeit gesorgt.
Der junge hauseigene Tenor Johannes Harten als Siegfried nutzte die Gelegenheit zu feinen, in dieser Partie ganz ungewohnten Lyrismen. Andererseits stieß er unüberhörbar an seine physischen Grenzen: Einzelne Töne in der Mittellage brachen weg, auch die metallisch glänzenden, heldentenoralen Spitzentöne wurden sichtlich mit Anstrengung erreicht. Sabine Hogrefe (Brünnhilde) verfügt über eine große, dunkel ...
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