Nixe aus Heringsdorf
Wer die Oper liebt, kennt auch die Geschichte vom Berg und dem Mäuslein. Es ist nämlich ein Maximum an Kraft und Können nötig, um das perfekte Nichts zu produzieren. Diese Erfahrung gehört zu den vielen Paradoxa des «unmöglichen Kunstwerks», die der Kritiker Oscar Bie 1913 in seiner legendären Analyse dieser Gattung nur vergessen hatte zu erwähnen.
Ende April war es wieder so weit: An der Deutschen Oper Berlin wuchsen überirdisch feine und zerbrechliche Klänge aus dem Graben, wie sie nie von Maschinen erzeugt werden können, nur von Menschen, und zwar sehr vielen.
Nur ein Riesenorchester kann solch ein fantastisch ergreifendes Crescendo aus dem Nichts heraufbeschwören, das sich langsam aufbaut, im Pianissimo aus der Stille aufsteigend. Geteilte Violinen, Harfen treten dazu, Vokalisen einer hohen Frauenstimme, Chorstimmen aus dem Off. Später, mit den Bläsern dabei, verdichtet sich das zu einer schimmernden, flutenden Fläche aus Mischfarben. Dem einen oder anderen Zeugen der Uraufführung im Zuschauerraum mögen sich bereits bei der Introduktion zu dieser neuen Oper «Oceane» von Detlev Glanert die Nackenhaare gesträubt haben – was sich zwei Stunden später, nach dollen Sturm- und ...
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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Eleonore Büning
alpha
23.06. – 20.15 Uhr
Offenbach: «Les contes d’Hoffmann»
Bayerische Staatsoper (2014)
ML: Carydis, I: Jones, S: Damrau, Villazón, Conners, Relyea, Brower, von der Damerau, Reß, Power, Stephinger
arte
02.06. – 17.40 Uhr
Werke von Monteverdi, Malvezzi, Gagliano, Caccini
Aus dem Spiegelsaal von Schloss Versailles
ML: Pichon, S: Desandre, Zaïcik, Richardot, Gonzalez...
So einer ist zum Fremdschämen. Filmt seine eigene Hochzeitszeremonie mit Selfie-Stick. Überlässt seine Braut sich selbst und tapst selbstverliebt durch die ganze fernöstliche Kulisse. Wie ein Yankee 2.0: Make America great again. Preisfrage – welche Oper? Natürlich «Madama Butterfly». Am Theater Basel hat sich Vasily Barkhatov nach seinen beiden – umjubelten –...
Franz Schreker erging es wie fast allen der 1933 von den Nazis ins Exil vertriebenen oder zur inneren Emigration gezwungenen Komponisten. Aber sein Fall war tiefer als der Alexander von Zemlinskys oder Walter Braunfels’, um nur zwei Namen mit gänzlich gegensätzlichen Lebensschicksalen zu nennen. 1920, nach der Uraufführung des «Schatzgräbers», stand er als...
