Rossinis erste Muse

Ann Hallenbergs Hommage an Marietta Marcolini

Opernwelt - Logo

Über viele Jahre ihres Lebens war Maria (Marietta) Marcolini so etwas wie das weibliche Gegenstück zum «Invisible Man»: Man weiß nic ht genau, wann sie geboren wurde (vermutlich 1780) und wann sie starb (ihre Spur verliert sich in den 1820er-Jahren). 1811 wurde sie Liebhaberin und Mu-se des jungen Gioacchino Rossini. Sie war die wichtigste Sängerin in dessen vor-neapolitanischer Zeit; er machte sie, wie Stendhal es in Vie de Rossini beschreibt, «zur vielleicht besten Musikerin Italiens (...

); an ­ihrer Seite, an ihrem Klavier und in ihrem Landhaus bei Bologna hat er die meisten Arien und Kantilenen komponiert, die später seinen dreißig Meisterwerken zum Erfolg verhalfen...». Ihr erster gemeinsamer Erfolg war La pietra del paragone, zugleich Rossinis erste abendfüllende Oper. Zwar findet diese sich nicht in dem Programm des Recitals, das die schwedische Mezzosopranistin Ann Hallenberg Marietta Marcolini widmet; dafür aber die Isabella aus der Italienerin in Algier – wohl der Höhepunkt von Marcolinis Karriere – sowie andere ihrer Paradepartien aus Werken von Mayr, Paer, Weigl, Mosca, Coccia und des jungen Rossini. Hallenberg – kundig begleitet vom Stavanger Symphony Orchestra unter ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Hollywood am Main

Zum Auftakt lautes Telefonklingeln. Kein Handy, denn auf der Bühne springt ein Anrufbeantworter an: Michael, Tanja Ariane und Paula sind nicht zu Hause, tönt es vom Band. Doch dann stürmen sie schon ins schicke Loft: Michael Nagy (Giulio ­Cesare), Tanja Ariane Baumgartner (Cornelia) und Paula Murrihy (Sesto) samt Partygefolge. Die Stimmung kippt, als ein Geschenk...

Sizilianische Vesper

Irgendwann hatte man in Rom von den Opernscharmützeln im fernen Süden offenbar genug. Am 4. Dezember 2012 griff der italienische Kulturminister Lorenzo Ornaghi durch und ernannte Fabio Carapezza Guttuso, einen hohen Staats­beamten und Präfekten, zugleich Adoptivsohn des verstorbenen Malers Renato Guttuso, für zunächst sechs Monate zum kommissarischen...

Frischer Wind aus Pesaro

Drei gleichzeitig veröffentlichte Mitschnitte vom Rossini Festival in Pesaro geben der Hoffnung Nahrung, dass man sich in der Geburtsstadt des Komponisten auf dessen Bedeutung als Mann des Theaters zu besinnen beginnt und ihn nicht länger als Hersteller von (köstlichem) Sängerfutter unter Wert verkauft. Pizzi war gestern, möchte man nach Durchsicht der drei...