Schaugepräge

Massenet: Le Cid Sankt Gallen / Festspiele

Opernwelt - Logo

Man muss sie mögen, die Oper unter freiem Himmel. Tut man das aber, findet man sich ab mit wenig bequemen Sitzgelegenheiten, unfreundlichen Temperaturen und plaudernden Nachbarn. Auch mit dem blechernen Klang des Orchesters, das sich über eine verhältnismäßig bescheidene Verstärkeranlage bemerkbar macht, und dem ebenfalls verstärkten Darsteller, der rechts singt, aber von links klingt. Oper unter freiem Himmel bietet eben anderes, sie spielt zum Beispiel mit der Magie des Ortes – und die ist hoch in Sankt Gallen.

Die Festspiele, welche die Gallusstadt seit einem guten Jahrzehnt zum Ende der Saison und zum Anfang des Sommers ausrichtet, finden ihren zentralen Moment jeweils in einer Opernproduktion vor der mächtigen Fassade der Kathedrale mitten im weiträumigen, von Gebäuden umfriedeten Klosterhof. Was den atmosphärischen Reiz betrifft, kann es Sankt Gallen problemlos mit dem Salzburger «Jedermann», den Bregenzer Festspielen oder der Arena von Verona aufnehmen. Zumal, wenn ein Videokünstler wie Frank Aleu am Werk ist, der die Kathedrale nicht nur einbezieht, sondern ihr mit Hilfe suggestiver Projektionen eine Hauptrolle kreiert. Wann sonst kann man erleben, dass der majestätische ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Peter Hagmann

Weitere Beiträge
Mit Nachdruck

Die Sopranistin Anne Schwanewilms ist vor allem durch ihre Verkörperung der großen Strauss-Partien bekannt geworden. Seit einiger Zeit widmet sie sich aber auch intensiv dem Lied. 2013 legte sie ihr erstes Lied-Recital beim Label Capriccio vor, wo jetzt eine weitere CD erschienen ist.

Im Zentrum des klug komponierten Programms stehen elf Schubert-Lieder, darunter...

Wolfsjägers letzter Ritt

Einer der schönsten Konzertsäle des alten Europa liegt die längste Zeit des Jahres im Dornröschenschlaf. Nur vier Wochen im Sommer ist er wach. Dann sind die Türen offen, von der Matinee bis kurz vor Mitternacht geben sich hier bekannte Musiker die Klinke in die Hand, einige kehren auch jedes Jahr wieder. Zum Beispiel Cecilia Bartoli, die eigentlich nur dieses...

Agenda 2025

Lediglich Berlin und Sachsen geben jährlich, gemessen am Gesamthaushalt, mehr Geld für Kultur aus als Thüringen. Und trotzdem reichen die knapp 300 Millionen Euro, die Land und Kommunen in diesem Bereich investierten (neuere Zahlen liegen nicht vor), vorne und hinten nicht. Weil das kulturelle Erbe dieser historisch von Kleinstaaterei und Residenzkultur geprägten...