Eine bedrohliche Tendenz
Herr Professor Zehelein, nachdem der «Spiegel» einen Vorabdruck aus «Der Kulturinfarkt» veröffentlicht hat, kam eine der ersten Reaktionen vom Deutschen Bühnenverein. Was regt Sie auf an diesem Buch?
Da erzählen uns vier Kulturprovokateure, dass die Hälfte unserer Theater, Museen und Bibliotheken etc. überflüssig sei. Zuerst dachte ich: Die vier Autoren wollen ins Geschäft, die wollen jetzt die finanzklammen Städte beraten. Was – angesichts des Buches – an sich schon eine massive Selbstüberschätzung wäre.
Peinlich wird es, weil diese Autoren überhaupt keine Alternativen anbieten. Welche Institutionen genau wegfallen könnten und wie das Geld sinnvoll anders eingesetzt werden soll, sagen sie nicht. Was das Buch fordert, ist nicht weniger als eine radikale Umsteuerung der Kulturpolitik in der gesamten Republik – und dann stellt man fest: Die Autoren wissen gar nicht, welche qualitative Arbeit in den von ihnen abgewatschten Kulturinstitutionen geleistet wird. Sie wissen gar nicht, wovon sie reden. Sie machen es sich außerdem leicht, wenn sie gegen falsch eingesetzte öffentliche Finanzierung polemisieren und ihre keineswegs schlechten Gehälter, samt allen Absicherungen, die damit ...
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Opernwelt Mai 2012
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Stephan Mösch
Weiße Kuschelwolken, gleißender Himmel, ruhige See. Die Schönen der Insel aalen sich auf einer schicken, zweistöckigen Landungsbrücke. Ein herrlich süßes ägäisches Nichtstun-Leben auf der Insel Skyos geht einen Tag weiter. Wäre da nicht das so lustig hereintuckernde U-Boot, das nicht nur schnittige Soldaten auswirft, sondern auch Ärger, Kriegsnachrichten,...
Impressum
53. Jahrgang Nr. 5
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752243
Redaktion Opernwelt
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www.opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 12.04.2012.
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Herr Osborn, für Ihre Interpretation des Raoul in Meyerbeers «Hugenotten» sind Sie im vergangenen Jahr gefeiert worden. Wie haben Sie die Produktion in Brüssel erlebt?
Für mich war das eine ganz erstaunliche Erfahrung. Nicht nur, weil zwei Tenöre aus Iowa, nämlich Eric Cutler und ich, auf derselben Bühne standen. Sondern überhaupt. Mich zu besetzen, war eine Idee...
