Tod und Verdrängung

Oslo| Puccini: La Bohème

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Am Anfang steht das Ende. Noch bevor der erste Takt Musik erklingt, hört man die Pieptöne und das Wummern einer Herzmaschine. Die Frequenzkurven werden auf die Wände eines modernen Krankenzimmers projiziert. Mitten im Raum kauert ein zerknirschter Rodolfo am Fuß von Mimìs Bett. Ihr von den Auswirkungen einer Chemotherapie gezeichneter, kahler Kopf ist in bleiches Licht getaucht. Unvermittelt setzen die Herztöne aus: Mimì ist tot.

Mit diesem szenischen Vorspiel eröffnet Stefan Herheim seine packende Deutung von «La Bohème» an der Norske Oper in Oslo.

Der in Berlin lebende, viel beschäftigte und viel gelobte Regisseur ist zusammen mit seinem Team aus Szenografin Heike Scheele und Dramaturg Alexander Meier-Dörzenbach in seine Heimatstadt zurückgekehrt, um dem schönen Haus am Oslofjord eine neue, zeitgemäße Deutung dieses all-time favourite zu geben: Die Vorgängerproduktion stammte aus dem Jahr 1963 und ist mit 205 Vorstellungen bis 2008 die mit Abstand am meisten gespielte in der Geschichte Norwegens.

Den Tod zu Beginn setzt Herheim als zentralen Referenzpunkt für seine Sicht der oft rührselig inszenierten Handlung: Er dient als Initialzündung für eine Reise in die Psyche Rodolfos. Im ...

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Opernwelt März 2012
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Andreas Bücker

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