Spontaneität und Wärme
Eines ihrer persönlichsten Projekte der letzten Jahre war 2002 die CD «Ninna Nanna»: achtzehn Wiegenlieder aus zwölf Ländern, in denen sich ihr warmer, sparsam vibrierender Sopran mit jener Menschlichkeit, jenem Engagement für Menschen verband, das ihr Markenzeichen war.
Montserrat Figueras stammte aus einem musikalischen Elternhaus. 1942 wurde sie in Barcelona geboren. Dort kam sie durch das 1935 gegründete Spezialensemble Ars Musicae mit Alter Musik in Berührung und warf sich gemeinsam mit ihrer Schwester Pilar auf deren Studium.
1967 gab sie bei Ars Musicae ihre ersten Konzerte mit spanischer Musik des 16. Jahrhunderts – teilweise an der Seite von Victoria de los Angeles – und traf den Gambisten Jordi Savall wieder, den sie aus ihrer Cello-Klasse kannte. Die beiden heirateten, verließen aus politischen Gründen Francos Spanien und gingen im Revolutionsjahr 1968 nach Basel, um an der Schola Cantorum ihre Ausbildung in historischer Aufführungspraxis abzuschließen.
In diesen Anfängen liegen alle Charakteristika dieser besonderen Künstlerehe beschlossen. Die Leidenschaft für die spanische Musik führte 1974 gemeinsam mit Lorenzo Alpert und Hopkinson Smith in Basel zur Gründung des ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Erinnerung, Seite 65
von Boris Kehrmann
Jean Cox debütierte 1951 an der New England Opera Boston als Lenski im «Eugen Onegin», sang 1954 beim Festival von Spoleto den Rodolfo in «La Bohème» und war 1954 und 1955 als lyrischer Tenor am Theater von Kiel engagiert. Dort, sowie in den Folgejahren bis 1959 in Braunschweig, erarbeitete er sich viele Partien, u. a. Xerxes, Cavaradossi, Lohengrin und Otello. Von...
Im Januar 2012 wird überall der 300. Geburtstag Friedrichs des Großen gefeiert. In Berlin zum Beispiel mit einer großen Ausstellung des Staatlichen Instituts für Musikforschung (26. Januar bis 24. Juni) und mit zwei konzertanten Aufführungen von «Montezuma» im Schiller Theater (26. und 28. Januar): Vesselina Kasarova singt die Titelpartie, Anna Prohaska und Pavol...
«Ich erwarte täglich einen Sänger aus Italien, der Preußen sehr gut sein soll», schrieb Kronprinz Friedrich seiner Schwester Wilhelmine Anfang 1737 aus Rheinsberg.(1) Alle Hoffnungen ruhten auf seinem in Rom weilenden Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff – leider vergebens: «Die hiesige [sic] Castraten entschließen sich schwerlich von dannen zu gehen, die...
