Schöner Sterben

Darmstadt, Golijov: Ainadamar

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Osvaldo Golijov machte in Europa erstmals im Jahr 2000 von sich reden, als im Rahmen des Bach-Jubi­läums seine «Markuspassion» uraufgeführt wurde: ein interkulturelles, durchaus originelles, wenngleich nicht spektakulär neutönendes Werk. Mittlerweile ist Golijov weltweit gut im Geschäft, zu seinen Markenzeichen gehört die für an Neuer Musik gestählte Ohren etwas zu harmonische Klangsprache. Golijovs Hauptinteresse gilt der Kommunikation (statt Konfrontation) unter­schied­licher (musikalischer) Kulturen.

Das führt bisweilen zu bemerkenswerten Ergebnissen – der Liedzyklus «Ayre» etwa verbindet westliche, arabische sowie ­jüdisch-sephardische Elemente und integriert sogar Elektronik, während «Oceana» durch opulente Chöre und exotische Schlagwerkbatterien die Stimmung eines Neruda-Textes einzuholen sucht. Auch Golijvos erste Oper behandelt ein literarisches Thema, nämlich Leben, Werk und Sterben von Federico Garcia Lorca. «Ainadamar» wurde 2003 in den USA erfolgreich uraufgeführt, der arabische Titel bedeutet «Fluss der Tränen» und bezieht sich auf einen Brunnen in der Nähe des Ortes, an dem Franco-Faschisten 1936 den homosexuellen und auch sonst unangepassten Dichter erschossen. In ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jörn Florian Fuchs

Vergriffen
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