Die Vergangenheit lebt
Seit dem Niedergang der Phonoindustrie sind es vor allem die Interpreten und Institutionen selbst – Opernhäuser, Orchester, Rundfunkanstalten –, die sich um die Veröffentlichung und Vermarktung ihrer Produkte kümmern. Dazu gehört auch der reiche Schatz an älteren Aufnahmen, der vor allem in den Archiven der Funkanstalten schlummert. Das französische Institut national de l’audiovisuel (INA), an dessen vielfältigen Aktivitäten sich das Deutsche Rundfunkarchiv ein Beispiel nehmen könnte, verfügt sogar über ein eigenes Label mit Namen INA mémoire vive.
Seit Kurzem wird es in Deutschland von Helikon Harmonia Mundi vertrieben.
In der von Renaud Machart betreuten Reihe ist zuletzt ein Francis Poulenc gewidmetes Doppelalbum erschienen, das neben der Straßburger Uraufführung seines «Stabat mater» (in der zähen Interpretation durch Fritz Munch, dem Bruder des berühmten Charles Munch) vor allem die Zusammenarbeit des Komponisten mit Denise Duval, seiner Lieblingsinterpretin in den letzten Lebensjahren, dokumentiert. Neben Liedern und einer Soloszene aus der Farce «Les Mamelles de Tirésias» hören wir Duval hier mit dem für sie geschriebenen Monolog «La Dame de Monte-Carlo». Sie besitzt jenen ...
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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Uwe Schweikert
Die Opern Claudio Monteverdis sind schon lange wieder fest im Opernleben verankert. Auch auf den Spielplänen deutscher Bühnen trifft man sie regelmäßig an. Doch bleibt ihre Aufführung meist Spezialensembles für Alte Musik vorbehalten. Dass man Monteverdi auch mit herkömmlichen (Stadt-)Theatermitteln beikommen und sie damit voll in den Repertoirealltag integrieren...
Seit den 1980er-Jahren posieren sie in und um Covent Garden für Touristen: kupferne Zenturionen, silberne Schornsteinfeger oder vornehme Stadtbürger in Bronze. David McVicar war der erste Regisseur, der einen dieser edelmetallisch glänzenden Straßenkünstler ins Royal Opera House holte. Duncan Meadows hieß der muskulöse Mime – er verkörperte in McVicars...
Das Plakat – roter Schriftzug auf knallblauem Grund: «gaertnerplatztheater.de» – könnte auch ein riesiges Trostpflaster sein. Es scheint an den dreifach gestapelten Containern zu kleben und lenkt ab noch von manch anderem: vom Riesengerüstgitter, vom Kranballett und von der Grube hinterm Haus. Wer in diesen Wochen an der Baustelle vorbeikommt, dem fällt der...
