Wenn Blut zu Blüten wird
Dafür dass man die Zürcher Tonhalle nicht mehr in erster Linie als klassizistischen Musentempel erlebt, sondern als Sinnbild für frisches Musizieren, hat David Zinman mit seiner Quirligkeit gesorgt. Aber sein Kollege Muhai Tang setzt noch eins drauf: Als Chefdirigent des Zürcher Kammerorchesters setzt er in seiner ersten Saison bereits mit dem Mini-Festival «Meisterwerke der Weltkultur» einen ganz eigenen und eigenwilligen Akzent.
Joseph Haydns «L'isola disabitata» stellt er in direkten Kontrast zu der achtzig Jahre früher von Kong Shareng geschriebenen Kunqu-Oper «Tao Hua Shan»; seine Musiker lässt er dabei auf das Reiseensemble der Jiangsu Province Kunqu Opera treffen. Der Erfolg belegt, wie sehr Chinesisches mittlerweile auch im Zürcher Musikleben en vogue ist (und man dafür potente Sponsoren gewinnen kann). Andererseits zeigt das Kinderkonzert zum Abschluss, wie künstlerisch anregend und bereichernd es sein kann, wenn zwei recht unterschiedliche Ensembles gemeinsam auf der Bühne agieren.
Der Stolz der Kunqu-Oper mit ihrer nun sechshundertjährigen Aufführungstradition entfaltet sich vor dem verschnörkelten Orgelprospekt der Tonhalle ganz ohne zusätzliche Kulissen in ...
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Das Gütesiegel «Festspielpremiere» ist unverdient. Christof Loys Hamburger Inszenierung des Rossini’schen «Turco in Italia» wurde in München durch den Assistenten und «Spielleiter» Benedikt von Peter einstudiert. Loy selbst probte derweil in Salzburg Haydns «Armida». Weder die kaum mehr als durchschnittliche Sängerbesetzung noch die laue Charakterzeichnung noch das...
Ariadne monologisiert. Wie schön es doch war mit Theseus, der sie verließ. Und wie schön es wäre, wenn endlich Hermes käme, der Todesbote, der allem Kummer ein Ende macht. Lautlos, so singt sie, werde ihre Seele ihm folgen, «wie ein leichtes Blatt im Winde». Da gluckst das Publikum. Denn leichte Blätter gibt es hier viele. Böse Böen beuteln das Zeltdach, unter dem...
Angst- und Wunschtraumzauber
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chuhe sind normalerweise nicht das, worauf es bei einer Opernaufführung ankommt. Jedenfalls nicht auf der Bühne. Von den Choristen hat jeder zwei, drei Paar in der Garderobe. Das reicht aus, um vierhundert Jahre Operngeschichte zu durchqueren....
