Violetta im Park
Als es ans Sterben geht, wird es feucht. Nicht nur in den Augen mancher Zuhörer, sondern auch am Himmel. Doch der Wettergott hat ein Einsehen, es tröpfelt nur ein wenig. Keiner der 2000 zahlenden Besucher und der 20 000 erwünschten Zaungäste muss weichen, ehe Violetta Valery ihr Leben ausgehaucht hat. Niemand möchte missen, was Marina Rebeka zu singen hat. Kurzfristig für Anita Hartig eingesprungen, war sie alles andere als zweite Wahl: warmherzig, wohltönend, betörend – ein bisschen wie die junge Anna Netrebko, aber mit mehr Umdrehungen.
Francesco Demuro als höhensicher schwärmender Alfredo und Grandseigneur Thomas Hampson als gestrenger Vater Germont ergänzen in dieser «Traviata»-Aufführung das Star-Trio, hinter dem sich das Restensemble, der Chor und die NDR Radiophilharmonie nicht verstecken müssen. Der Sound ist bemerkenswert gut, und wer nicht einen der (nicht ganz billigen) Plätze auf der Rücktreppe des bürgerprotzigen Neuen Rathauses erstehen wollte, konnte alles gratis auf einer großen Leinwand auf der Wiese daneben erleben.
Zu sehen gibt es eine halbszenische Aufführung (Michael Valentin), die mit wenigen Requisiten (Sofa, Spieltisch, Totenbett, zwei Kronleuchter) die ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 96
von Rainer Wagner
Im letzten Jahr ist eine fünfstündige Film-Dokumentation über die Entstehung des Mannheimer «Ring»-Zyklus erschienen. Man sieht alle Beteiligten auf der Bühne wie in den Werkstätten, vom Regisseur Achim Freyer bis zur Souffleuse und den Statisten. Nur einer bleibt ausgespart: der Opernintendant Klaus-Peter Kehr. Man hört lediglich seine Stimme aus dem Off, als er...
Herr Puhlmann, wollen Sie in Mannheim an Ihre nach fünf Jahren abrupt beendete Stuttgarter Mission anknüpfen?
Stuttgart bleibt für mich unvollendet. Nach dem Schock, den so ein Ende natürlich für die Biografie bedeutet, habe ich die ersten freien Jahre auch genossen. Doch der Wunsch war immer da, ein Opernhaus zu leiten. Und jetzt freue ich mich auf Mannheim. Mein...
Ein starker Start, in jeder Beziehung. Das Badische Staatstheater in Karlsruhe stemmt den vierten «Ring des Nibelungen», seit es 1975 sein neues Haus bezog. Alle zehn Jahre soll ein neuer Anlauf sein. Das Unternehmen lässt sich diesmal mutig an. Wie damals bei Klaus Zehelein in Stuttgart sind’s vier (nun freilich jüngere) Regisseure, die sich ans Werk machen....
