Liebevoll ausgestellt

Haydn: Orlando Paladino
München | Opernfestspiele | Prinzregententheater

Opernwelt - Logo

Betonquadergleich trotzt das Gebilde der Stadtsilhouette. Als Lichtspielhaus lässt es sich längst nicht mehr bezeichnen, eher als Kintopp-Supermarkt, als Abspielanlage für Blockbuster. Umso attraktiver für immer mehr Cineasten die kleinen, feinen Kinos. So eines wie das Neue Rex, westlich des Münchner Stadtzentrums gelegen und nun auf die Bühne des Prinzregententheaters kopiert. Axel Ranisch, wer will es dem Kinomann («Dicke Mädchen») und TV-Verstörer («Tatort: Babbeldasch») verübeln, fängt dort an, wo er sich zu Hause fühlt.

Sein Kniff ist ja nicht neu: Das Putzen, Popcorn-Herstellen, Kartenabreißen und Vorführen wird irgendwann gestört, durchdrungen von eben jenen, die eigentlich zur schwarz-weißen Zweidimensionalität verdammt sind. Woody Allen hat das in «The Purple Rose of Cairo» wunderbar durchgespielt. Ranisch nimmt es auf und überdreht das in einen anderen Humor – den von Monty Python’s «Ritter der Kokosnuss».

Irgendeinen Kunstgriff braucht es schließlich für Joseph Haydns «Orlando Paladino». Nikolaus Harnoncourt adelte das «Dramma eroicomico» zur besten Oper seiner Zeit. Vermeintlich klafft da allerdings eine Lücke – zwischen der Experimentierlust Haydns und einer krausen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Anrufung, Huldigung, Ermahnung

Die 26-jährige italienische Sopranistin Francesca Aspromonte, die sich in der Alte-Musik-Szene bereits einen Namen gemacht hat, legt mit dieser CD ihr Debütalbum vor und beeindruckt vom ersten bis zum letzten Ton. Sie besitzt eine warme, dunkel timbrierte Stimme von individueller Qualität, ist technisch versiert, singt mit gezügeltem, stets bewusst eingesetzten...

Apropos... Abschiede

Fühlen Sie schon Wehmut in sich aufsteigen?
Gar nicht. Und das aus gutem Grund: Ich habe einen unbefristeten Vertrag und besitze das große Privileg, den Zeitpunkt meines Ausscheidens selber wählen zu können. Das Einzige, was mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, ist der Zeitplan. Ich wollte gehen, nachdem wir in unser Stammhaus, das Grand Théâtre,...

Die zweite Natur

Sie hat einen weiten Weg hinter sich. Vom Idyll eines Dorfes im US-Bundesstaat Michigan auf die internationalen Bühnen. Dort hat sich Sara Jakubiak vor allem als Interpretin gebrochener, ambivalenter Frauenfiguren einen Namen gemacht, von Prokofjews Polina bis zur «Wozzeck»-Marie, von Tschaikowskys Tatjana bis zur Marta in Weinbergs «Passagierin» und zu Korngolds...