Sprache, Linie, Ausdruck
Frau Karg, an der Komischen Oper haben Sie gerade die Norina aus «Don Pasquale» gesungen. Liegen Ihnen solche eher leichtfertigen Charaktere?
Eigentlich gar nicht. Aber in Norina steckt nun mal wenig Tiefgang – damit musste ich klarkommen. Das ist ein junges Mädel aus der Spaßgesellschaft, und nur in dem Moment, in dem sie Pasquale eine Ohrfeige gibt, gewinnt das Geschehen überhaupt eine etwas abgründigere Dimension. Das Stück ist eine Komödie, und man hat gar keine andere Wahl, als sich darauf einzulassen.
Im Zentrum Ihres Repertoires stehen im Moment die Rollen Mozarts – Susanna zum Beispiel. Da haben Sie mehr Gestaltungsspielraum.
Ja, Susanna hat einfach alles. Auch stimmlich. Sie ist witzig, jung, kennt ihre Macht als Frau, hat aber dann eben auch ihre «Rosenarie», die nicht nur tief liegt, sondern auch tief empfunden ist. Da kommt eine ganz andere Dimension hinzu.
Bauen Sie diesen tieferen Bereich Ihrer Stimme jetzt bewusst aus, um die charakterlich komplexeren Sopranrollen singen zu können?
Ich musste ihn gar nicht ausbauen, denn ich hatte ihn nur eine Zeitlang verlassen. Ich hatte immer eine gute Mittellage und sehr gute Tiefe, aber ich bin einfach Sopran und tendiere nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist inzwischen schon eine kleine Reihe, die der österreichische Residenz-Verlag Nikolaus Harnoncourt gewidmet hat. Jüngster Beitrag: ein Band mit dem Titel «Oper, sinnlich». Vierhundert Jahre Operngeschichte werden mit der jahrzehntelangen Bühnenarbeit Harnoncourts amalgamiert. Schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis nährt den Verdacht, dass es sich teils um...
Erstes Bild: Chopin geht ins Theater
Wir stellen uns die Szene vor. Wie der junge Mann, von der Dominsel kommend, über die Promenade am Festungsgraben schlendert, gedankenversunken. Wie er von dort, Gryphius und Lessing folgend, Alfred Kerr und Theodor Fontane zuvorkommend, in Richtung Altstadt strebt, hin zu der von Altaristenhäusern gesäumten Elisabethkirche...
Es war keine schlechte Überraschung: 2004 outete sich Edita Gruberova in Donizettis «Roberto Devereux» als Darstellerin. Das Ereignis fand an der Bayerischen Staatsoper statt. Fünf Jahre später folgte dort mit ihrem Lieblingsregisseur Christof Loy «Lucrezia Borgia», und die Schraube ist quasi noch weiter gedreht: Fast nichts mehr «stört» nun die von allem Zierrat...
