Balzender Despot
Die diesjährige Operngabe des Mainfranken Theaters zum Würzburger Mozartfest erinnerte zwar weniger an die Musiktheatersphäre Mozarts als an das erst vorsichtig der barocken Repräsentativdramaturgie entwachsende Bühnenschaffen Haydns. Dennoch war es anregend, mit einem einst erfolgreichen Werk des venezianischen Meisters Baldassare Galuppi (1706-1785) Bekanntschaft zu machen, der den Glanz der italienischen Opernkunst bis nach London und Sankt Petersburg exportierte und dennoch immer wieder in seine Heimatstadt zurückkehrte.
Sein «Alessandro nell’Indie» wurde 1738 in Mantua uraufgeführt; eine Neufassung für München entstand 1755. Dieser folgt in einer Einrichtung von Reinhard Wiesend auch die Würzburger Version.
Die feldherrlichen Machenschaften des berühmten Makedoniers in Richtung Indien sind in Pietro Metastasios routiniertem Libretto nur die dünne Folie einer Handlung um Erotik und Macht, Verrat und Treue. Galuppi, der später in Zusammenarbeit mit Goldoni wichtige Schritte zur Entwicklung der Opera buffa ging, wirkt musikalisch in dieser Alexanderoper noch stärker dem barocken Muster verpflichtet: ausgedehnte, teils hochvirtuose Da capo-Arien, kaum Vokalensembles. Dafür ...
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Opernwelt August 2015
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Hans-Klaus Jungheinrich
Richard Strauss hat seine «Feuersnot» wie einen Steinbruch benutzt. Passagen daraus kehren – eingepasst in andere Zusammenhänge – in «Salome» und «Elektra» wieder, auch Walzerseligkeit und Ensemblekunst des «Rosenkavalier» sind ohne die Vorerfahrung mit dem frühen Einakter undenkbar. Dass das Stück selten gespielt wird, dürfte vor allem mit dem Text zu tun haben...
Welche Rolle passt besser zu Ihnen? Musetta oder Sophie?
Beide passen. Ich bin handfest wie Sophie. Sie hat ein gewisses Feuer, etwa wenn sie sich über den Ochs aufregt oder energisch mit ihrem Vater spricht – das habe ich mir übrigens auch mal erlaubt, als ich 15 war.
Und wie hat Ihr Vater reagiert?
«Wer bist du denn?», hat er gefragt. Darauf ich: «Ich bin Golda, wer...
Das Interesse an Barockmusik ist in den letzten 25 Jahren enorm gestiegen», sagt Christophe Rousset in der Brasserie Excelsior und fährt mit einem Hauch Bitterkeit in der Stimme fort: «Aber die französische hat’s immer noch schwer. Das Rameau-Jahr zum Beispiel hat praktisch keine Spuren hinterlassen. ‹Platée› gibt es ja immer mal, doch das war auch schon vorher so....
