Strauss: Arabella
Opern von Richard Strauss gelangen in den letzten zehn Jahren in Regensburg szenisch mit wechselndem, musikalisch hingegen durchgehend mit gutem Erfolg. Nach «Intermezzo», «Elektra», «Salome», «Ariadne auf Naxos» und «Rosenkavalier» folgte nun «Arabella», die szenisch wie musikalisch in einem Maße gelang, wie es für eine Bühne dieser Größe nicht alltäglich ist.
Hausherr Ernö Weil sieht als Regisseur im Werk das Porträt einer zerbrechenden Gesellschaft und siedelt das Geschehen – Intentionen Hofmannsthals folgend – daher direkt vor dem Ersten Weltkrieg an.
Das Publikum soll teilhaben am Zusammenbruch der k. u. k.-Monarchie, wo Menschen wie die Waldners völlig unvorbereitet in die Katastrophe stolpern. Mühsam aufrechterhaltene gräfliche Atmosphäre lebt noch in den Prachtkostümen von Reinhard Heinrich, fahle Tristesse zeigt hingegen die Bühne von Konrad Kulke, der mit einigen Requisiten ein schmuckloses Hotelzimmer andeutet, dessen Boden mit einem verblichenen Gemälde aufgewertet wird, das sich vage im schräg aufgehängten Plafond spiegelt. Das nüchterne Hotelfoyer des dritten Akts, in das die gemischte Fiakerball-Gesellschaft einbricht, deutet an, wo diese wirklich steht – am ...
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