Erotisches Durcheinander

Werner Ehrhardt und L’arte del mondo machen zu wenig aus Antonio Salieris Buffa «La fiera di Venezia»

Opernwelt - Logo

In ihrer Reihe «Opern aus den Archiven der Welt» haben Werner Ehrhardt und sein Ensemble L’arte del mondo schon mehrere Bühnenwerke wieder ans Licht befördert, die im 18. Jahrhundert überaus beliebt waren, um dann vergessen zu werden. Nach «La scuola de’ gelosi» (2015) folgt mit dem Dramma giocoso «La fiera di Venezia» jetzt eine weitere Buffa von Antonio Salieri, die nach ihrer Uraufführung 1772 in Wien rasch die Bühnen Europas eroberte und sich dort über mehrere Jahrzehnte halten konnte. Wenige Monate nach der Wiener Premiere gelangte «La fiera di Venezia» nach Mannheim.

Eine Kopie der vom dortigen Hofkapellmeister Ignaz Holzbauer an die lokalen Aufführungsbedingungen angepassten Partitur hat sich erhalten. Der Einspielung liegt eine von der Forschungsstelle Südwestdeutsche Hofmusik erarbeitete Edition dieser Fassung zugrunde.

Bei der im Titel genannten «fiera» handelt es sich um das Messe- oder Jahrmarktstreiben, das in Venedig rund um Himmelfahrt stattfindet und in Salieris Oper den pittoresken Hintergrund der Handlung bildet. Wie viele Drammi giocosi generiert auch «La fiera di Venezia» Witz und dramatische Spannung aus dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Ein Elend

Die im April 2013 eröffnete Spielstätte für Oper, Operette, Ballett und Musical in Linz ist Österreichs modernster und universellster Musiktheaterbau. Er bietet attraktiven Raum vor allem für große Werke. Dieser Zug zum Großen: Er ist auch den Intentionen des derzeitigen Intendanten Hermann Schneider und seines Chefdirigenten Markus Poschner nicht abzusprechen....

Mit den Augen eines Kindes

Dieser Don Carlos ist schon ein seltsamer Kronprinz: Muskulös, im T-Shirt und mit schwarzer Fönfrisur, sieht er aus wie ein ragazzo di vita aus Filmen von Pier Paolo Pasolini. Und während er inmitten von Verdis Liebes- und Staatsaktion immer auf der Bühne weilt, scheint er doch fast unbeteiligt in seiner eigenen Welt zu leben. Es ist die Welt eines Todkranken, der...

Die Ware Liebe

Das Ende ist trostlos. Und hinreißend. Ummantelt von kaltem, grauen Beton, kauert Manon Lescaut zu Füßen jener vier riesigen Lettern, die ihr von Beginn an etwas versprachen, was sie nie zu halten vermochten: «LOVE». Wie vom Winde verweht ist diese Liebe, hinfort jede Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Glück, das Dasein ein einziger großer Irrtum: Seit mehr als...