Aufhören kommt nicht in Frage
Die Sache mit der Banane, das spürte er, war keine gute Idee. Das Zweit-Rendezvous fällt daher anders aus, im schimmernden Rokoko-Gewand, das Affen eher selten tragen. Und nun mit einer silbernen Rose in der Hand, an der die Angebetete schnuppert: «Hat einen starken Geruch …»? Zu diesem Satz kommt es nicht, wir befinden uns schließlich bei Hans Werner Henze. Aber wenn «Der junge Lord» von Brigitte Fassbaender inszeniert wird, dann darf dieses wunderzarte Selbstzitat einer Sängerinnen-Legende sein, die auf immer und ewig der einzig wahre Rosenkavalier bleiben wird.
Ein paar Wochen vor dem 80. Geburtstag, den sie am 3. Juli feiert, war Premiere am Gärtnerplatztheater. An einem Haus übrigens, wo sich die Fassbaender durchaus im Chefsessel sah. Es kam allerdings nicht zur zweiten Intendanz nach dem Tiroler Landestheater, Bayerns Politiker wollten eine andere Lösung. Im Nachhinein scheint es sogar besser für die Künstlerin – wie hätte sie sonst all ihre Vorhaben und Vorlieben relisieren sollen?
Es ist schwer, bei Brigitte Fassbaender einen Termin zu bekommen. Hier eine Regie, dort ein Meisterkurs, da ein Jury-Vorsitz, dann gibt es noch den Liedsommer im südtiroler Ort Eppan – es ist ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Markus Thiel
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Der eine hatte die Stars, der andere das Können. Arg verkürzt ist das formuliert, birgt aber zwei, drei Körnchen Wahrheit. Nachdem Nicola Antonio Porpora das London der 1730er-Jahre betreten hatte, sorgte er für einen Spielertransfer und einen Aderlass. Senesino und Farinelli spektakelten fortan in seiner Truppe, Konkurrent Georg Friedrich Händel hatte das...
