Klanggedächtnis
Herkulesaufgabe? Sisyphusarbeit? Man darf sich in der Beschreibung von Christian Merlins Jubiläumsgabe zur 175. Wiederkehr des Geburtstags der Wiener Philharmoniker durchaus aus dem Mythos der Antike bedienen. Natürlich könnte man auch Goethe zitieren: «Nur das Leichtere trägt auf leichten Schultern den Schöngeist. Aber der schöne Geist trägt das Gewichtige leicht ...»
Und gewichtig ist dieses zweibändige, insgesamt 640 Seiten umfassende Standardwerk sicherlich, was nicht nur die Waage und der Preis bestätigen, sondern auch die Lektüre. Ungewöhnlich Merlins Prozedere.
Der Pariser Musikwissenschafter und Kritiker formte das geschichtliche Bild dieses Orchesters aus den individuellen Biografien der Instrumentalisten. Dafür erstellte er Dateien aller 851 Mitglieder des Orchesters seit dem Gründungsjahr 1842 und erarbeitete eine Genealogie sowohl hinsichtlich der Familienbeziehungen als auch der Abfolge der Besetzungen der einzelnen Pulte. Im ersten Band nutzt er dies für eine sehr leserfreundliche Geschichte des Klangkörpers; der zweite ist eine alphabetisch-lexikalische Auflistung der Instrumentalisten (zu denen im Übrigen seit 20 Jahren auch Frauen zählen; nach heutigem Stand etwa ...
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Opernwelt Mai 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 37
von Gerhard Persché
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– The Medium: 5., 6.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Rossini, L’italiana in Algeri (Koproduktion mit Quincena Musical, San Sebastian u. Festival San Lorenzo del Escorial, Madrid): 4. (P), 5., 6., 9., 10., 11.
ML: Allemandi, I: Rechi,...
In Zeiten entrüstungsgesteuerter Moraldebatten sind auch Klassiker nicht mehr vor als politisch korrekt etikettierten Zurichtungen sicher. Der junge Regisseur Martin G. Berger hat sich in Heidelberg Charles Gounods «Faust» vorgenommen und die Titelfigur als übergriffigen Macho enttarnt, der sich im Stil solcher machtbesessenen Erotomanen wie Weinstein oder Wedel...
Welcher Intendant würde nicht gerne über die Gabe der Bilokation verfügen? Vorbildlich darin ist Serge Dorny. Omnipräsent und in bester Laune jagt er durch sein gläsern-schwarzes Opernhaus, von Talk zu Talk, von Interview zu Interview. Die Pressekonferenz in München, die sein Engagement ab 2021 bekannt gab, ist erst wenige Tage her. Fast könnte man über all dem...
