Traumaträume
Es sind vielleicht dreißig Jahre vergangen seit damals. Er kann nicht schlafen. Stumpfsinnig schaltet er die Wohnzimmerlampe an und aus. Klick, klack. Regen prasselt. Im Schlafzimmer wird die Gattin unruhig, steht auf, streicht ihm übers Haar. Er stößt sie weg. Eine Blutlache ergießt sich auf dem Gazeschleier am Portal, das Bild der zarten Butterfly erscheint, auf dem Boden hingestreckt, dann das Gesicht des Kindes.
Regisseurin Eva-Maria Höckmayr erzählt die Geschichte der «Butterfly» als Rückblick. Noch einmal durchlebt Pinkerton alles.
Verhandelt den Ehevertrag, schaut sich selbst bei der Hochzeitszeremonie zu. Lässt sich noch einmal von Butterflys Koketterie amüsieren, von ihrer Grazie verführen, von ihrer Hingabe berühren. Verlässt sie, nimmt ihr das Kind. Er wandert im Satin-Pyjama durch die Räume der Erinnerung. Dafür hat Nina von Essen die Drehbühne so schlicht wie aussagefähig bestückt: Pennsylvania und Nagasaki, hier ein 50er-Jahre-Wohnzimmer, dort die traditionellen shoji, die japanischen Papier-Schiebewände, in der Mitte eine Empore, von hängenden Bambusstäben zu einer Art flexiblem Käfig gemacht.
Im ersten Akt geht das Konzept auf – und nahe. Weil so aus der sonst oft ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Wiebke Roloff
In Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Stephan Dorgerloh kürzlich die neuen Theater- und Orchesterverträge vorgestellt, die ab 2014 gelten sollen. Gute Nachrichten hatte er nicht: Die Förderung des Landes wird ordentlich zurechtgestutzt, sinkt von derzeit 36 Millionen auf 29 Millionen Euro.
Was heißt das konkret? Verteilt wird nach Einwohnerzahl, den Maßstab setzt...
Für den siebten Solo-Streich war er schon im Aufnahmestudio und wartet nun auf die Veröffentlichung. Bislang gab es in dichter Taktung CDs mit Schumann, Strauss und Schubert, außerdem eine gemeinsame Produktion mit Mutter Renate Behle. Und auf der Bühne drängt’s ihn zu härterer Kost, nächstes Jahr folgt zum Beispiel in Salzburg unter Christian Thielemann der Matteo...
Off-Grand» lautet der programmatische Name der neuen Reihe, mit der die Los Angeles Opera Zuschauerkreise ansprechen möchte, die sich für Werke jenseits des Mainstream-Repertoires interessieren. Eröffnet wurde die Reihe im Performing Arts Center des Santa Monica College mit einer Uraufführung – «Dulce Rosa», der neuen Oper des U.S.-Amerikaners Lee Holdridge, der...
