Glanz und Elend der Operette
Ein Publikumsmagnet sollte die neue «Lustige Witwe» der Semperoper werden – und schaffte es am Ende nur auf einen Platz unter den Ärgernissen des Jahres in der Kritikerumfrage der «Opernwelt». Nur das MDR-Fernsehballett verhinderte am Abend des 21. Dezember 2007 ein Totalfiasko der Premiere, die zeitversetzt am gleichen Tag von arte übertragen wurde (siehe OW 2/2008).
Dabei hatten die Dresdner vermutlich geglaubt, mit der (für die Pariser Opéra Comique entstandenen) Produktion des Revue-Altmeisters nichts falsch machen zu können: Schließlich war es neben Offenbachs «Périchole» vor allem die «Witwe» gewesen, mit der Savary Anfang der achtziger Jahre der als bieder verschrienen Operette mit Frivolität und Anarchie neuen Pep verpasst hatte. Leider war davon fünfundzwanzig Jahre später nichts mehr übrig, und die nun als DVD erhältliche Aufzeichnung verstärkt eher noch den Live-Eindruck der rundum missglückten Produktion. Der schale Schunkelton der Staatskapelle unter Manfred Honeck, die öden Witzeleien von Volksmusik-Opa Gunther Emmerlich als Baron Zeta und die blasse Solistenriege mit der verkrampften Petra-Maria Schnitzer an der Spitze verweisen ex negativo auf die Qualitäten, die ...
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