Plauen/Zwickau, Schumann: Der Rose Pilgerfahrt
Was eine Oper sei? Seit den Tagen Monteverdis wird über diese Frage rechtschaffen gestritten; und vor allem die Debatte darüber, ob ein Oratorium fürs Musiktheater tauge oder nicht, hat die Disputanten stets zu neuen Argumenten beflügelt. Im Falle von Robert Schumanns «Der Rose Pilgerfahrt» allerdings schien es bislang Common Sense zu sein, dass dieses letzte der drei Oratorien Schumanns auf eine Dichtung von Moritz Horn aus dem Jahr 1851 aufgrund seiner Faktur wenig geeignet sei, auf eine Bühne gehievt zu werden.
Einspruch, Euer Ehren, sprach da das Theater Plauen-Zwickau – und versuchte das Wagnis. Und so kam es im Gewandhaus Zwickau zu der sehr späten szenischen Uraufführung des Werks. Ingolf Huhn, der Generalintendant des Zwei-Städte-Theaters, zeichnete für die Regie verantwortlich; Generalmusikdirektor Georg Christoph Sandmann für die musikalische Leitung. Was die letztere Seite der Angelegenheit angeht, ist es ein ansprechender Abend, da Sandmann sowohl das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau als auch den gut disponierten Chor zu dezentem, dabei farbenreichem, fein nuanciertem Musizieren anhält. Die Sänger profitieren davon; zumal Maria Gessler als Rose, Silke Richter ...
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