Ich will das schaffen!
Sie kommen aus einer Musikerfamilie. Ihre Mutter ist die dänische Opernsängerin Inge Dreisig, auch Ihr Vater war Sänger. So mancher will da bewusst etwas anderes machen. Sie nicht?
Für mich war die Oper eine Welt voller Wunder, auch wenn ich wusste, da wird harte Arbeit geleistet. Mit sechs Jahren fing ich im Kinderchor an, an der Opéra Royal de Wallonie – ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen, sie war dort im Ensemble. Später ging es in Lyon weiter. Mich konnte man immer im Theater finden.
Hatten Sie Unterricht bei Ihrer Mutter, wie zum Beispiel Cecilia Bartoli?
Natürlich habe ich meiner Mutter viel zu verdanken. Aber dieses Modell funktionierte bei uns schlecht. Sie war die «echte» Opernsängerin – ich das Kind. In diese Rolle fiel ich immer wieder zurück, auch vokal: Bei ihr konnte ich meine Kinderstimme nur schwer überwinden. Ich musste also meinen eigenen Weg finden. Deshalb ging ich übrigens nach Deutschland, wo sie nie gesungen hat. Allerdings haben wir denselben Lehrer!
Sie singen auch zum Teil dieselben Partien.
Pamina, ja (lacht)! Das war immer «ihre» Rolle – und jetzt debütiere ich damit in Berlin und an der Pariser Opéra. Im Opernstudio an der Berliner Staatsoper habe ich ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Nachwuchskünstlerin des Jahres, Seite 130
von Wiebke Roloff
Was hier Mensch ist und was Tier, wer Mann und wer Frau, bleibt in dämonischem Dunkel. Normales Maß gilt nicht mehr in dieser Todeslandschaft. «Kalter Glanz» fällt auf «Vogelleichen», aus deren Grabhügel ragt «eine Menschenhand». Barrie Kosky und Teodor Currentzis gelang in Zürich ein im Wortsinn atemraubender «Macbeth» (OW 6/2016).
Eine exemplarische Produktion:...
Eine «glänzende Charakterstudie» lieferte Matthias Klink nicht nur als «verklemmt-arroganter» Dichter in Philippe Boesmans’ Schnitzler-Oper «Reigen» (auf dem Foto mit
Melanie Diener; OW 6/2016). An seinem Stuttgarter Stammhaus gab er in Strauss’ «Salome» einen Herodes von zwingender Intensität: ausgefeilt das Spiel, klangschön, deklamatorisch, «ohne...
Bellinis «Puritaner», Stuttgart 2016: Historische Imagerie
Wieler/Morabito entfesseln auf Anna Viebrocks genial verschachtelter Szene – einer ruinösen, jetzt als Versammlungsraum, aber auch als Abstellschuppen genutzten Kirche – eine präzis konnotierte, bis ins Letzte ausgefeilte Bilderflut, die das verschachtelte Ineinander von historischem Rahmen und...
