Zu neuen Ufern
Der große Aufbruch war es noch nicht. Aber das war nach zweiunddreißig am Ende nur noch quälend langen Jahren seines Vorgängers auch nicht zu erwarten. Wulf Konold, der die Ludwigsburger Festspiele seit diesem Jahr als Nachfolger des höchst widerstrebend gegangenen Wolfgang Gönnenwein leitet, beließ zunächst einmal vieles beim Alten – angesichts der kurzen Vorlaufzeit das einzig Vernünftige.
Eine wichtige Entscheidung hat er allerdings sofort getroffen und damit die Weichen für eine neue Ausrichtung der eigenen Ensembles von Chor und Orchester gestellt, indem er Michael Hofstetter zum Chefdirigenten ernannte. Hofstetter, der bei manchem seiner jüngsten Auftritte an den Staatsopernpulten in Hamburg und München nicht eben Fortune hatte, gehört zu jenen Dirigenten der jüngeren Generation, die sich für authentische Aufführungspraxis auch bei Musik der Klassik und Romantik engagieren. Dies stellte er gleich bei seinem Einstand mit Aufführungen von Haydns «Schöpfung», Beethovens Neunter Symphonie und Berlioz’ «Grand Messe des Morts» programmatisch unter Beweis.
Ludwigsburg verfügt über zwei Räume – das historische Schlosstheater, eine wegen seines geringen Fassungsvermögens schwer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sullivan ohne Gilbert – geht das, gibt’s das? Ja, wie uns der Mitschnitt seiner letzten fertiggestellten komischen Oper «The Rose of Persia» zeigt, die 1899 am Londoner Savoy Theatre erfolgreich uraufgeführt wurde. Irgendwann hatte sich Arthur Sullivan (1842-1900) mit seinem langjährigen Librettisten und Geschäftspartner William Schwenck Gilbert, dessen Arbeiten er...
Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
Roberto de Simone, erfahrener neapolitanischer Musik- und Theatermann, erfüllte sich einen alten Traum, indem er Paisiellos komische Oper «Socrate immaginario» aus dem Jahr 1775 im Teatro San Carlo inszenierte. Von seinem Musiklehrer Anfang der fünfziger Jahre auf die Buffa aufmerksam gemacht, ließ ihn diese spöttisch-ironische Burleske, bei der sich die...
