Große Sänger - erfüllte Interpretationen
Renato Capecchi war sechsundzwanzig Jahre alt, als er in Aix-en-Provence unter Hans Rosbauds Leitung seinen ersten Don Giovanni sang. Jahrzehnte später erzählte er mir, dass er, der Italiener, erst von dem deutschen Maestro gelernt habe, wie man italienische Secco-Rezitative richtig gestaltet. Doch die theatralisch ungewöhnlich lebendigen (klavierbegleiteten) Rezitative des jetzt erstmals veröffentlichten Mitschnitts sind nicht das einzig Bemerkenswerte der Aufführung. Capecchis Don hat ungewöhnlich viele komödiantische Nuancen, es fehlt ihm aber durchaus nicht an viriler Kraft.
Der Leporello von Marcello Cortis bleibt ihm an Spielwitz nichts schuldig. Das übrige Ensemble, angefangen mit Léopold Simoneaus singulärem Don Ottavio, ist erstklassig, wobei die beiden Donnas von Carla Castellani (einer heute vergessenen Scala-Diva der vierziger Jahre) und Suzanne Danco in der Stimmfarbe zu wenig kontrastieren.
Eine der packendsten «Otello»-Aufführungen der Metropolitan Opera hat Naxos jetzt in überarbeitetem Klangbild neu aufgelegt. Der Dirigent Ettore Panizza entfacht Orchesterstürme, die streckenweise zum Orkan anschwellen. Doch die Sänger trotzen diesen musikalischen Naturgewalten, ...
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«Ich stehe vor einem Wunder», soll Alban Berg geäußert haben, als er im März 1929 in Oldenburg die erste deutsche Produktion seines «Wozzeck» nach der Berliner Uraufführung von 1925 erleben durfte, und seitdem gilt diese Oper am Oldenburgischen Staatstheater als eine Art Vorzeigestück der Moderne. Ein Anspruch, dem die Neuinszenierung von Bruno Klimek in...
Geschlossene Aufführungen von Puccinis «Trittico» sind rar. Das war schon nach der Uraufführung am 14. Dezember 1918 in New York absehbar. Die drei völlig unterschiedlichen Geschichten – «Il tabarro» spielt im großstädtischen Paris der Jahrhundertwende, «Suor Angelica» in einem abgeschiedenen Nonnenkonvent, «Gianni Schicchi» 1299 in Florenz – überzeugten das...
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