«Ich war egoistisch»
Herr Schreier, Sie sind als Oratorien- und Liedsänger berühmt geworden. Die Oper kam erst später hinzu?
Ja, so ist es. Meine Entwicklung ging vom Dresdener Kreuzchor aus, von der Affinität zu den alten Meistern. Warum bin ich überhaupt zur Oper gekommen?! Ich werde es Ihnen sagen: Eine Gesangskarriere kann man nicht ohne Oper machen.
Fühlten Sie sich zur Oper gedrängt?
Zumindest wurde ich in diese Richtung gedreht. Von der Stimme her war klar, dass Mozart dabei an erster Stelle stehen würde. Stark beeinflusst hat mich Josef Krips.
Ich hatte durch einen Zufall in Ost-Berlin den damaligen Leiter des Wiener Musikvereins, Rudolf Gamsjäger, kennengelernt. Der war sehr gut mit Krips befreundet. Krips hörte mich im Musikverein und trieb die Sache für mich voran. Das muss Mitte der sechziger Jahre gewesen sein.
Da haben Sie doch schon Oper gesungen...
Ja, erst im Dresdener Staatsopernstudio und dann an der Berliner Staatsoper. Das habe ich damals aber eher gemacht, weil ich mich weiterentwickeln wollte. Wichtig war mir immer, dass ich an einer großen Bühne engagiert bin.
Warum das?
Es hätte ja auch die Möglichkeit bestanden, zum Beispiel nach Gera oder Altenburg zu gehen und dort frühzeitig ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Interview II, Seite 64
von Kai Luehrs-Kaiser
Was haben «Carmen» und «Don Giovanni» gemeinsam? Nichts. Wenn die jüngsten CD-Veröffentlichungen beider Opern an dieser Stelle dennoch gemeinsam gewürdigt werden, hängt das mit der Entstehung beider Produktionen zusammen. Im letzten Jahrzehnt sind neue Opern-Veröffentlichungen auf CD selten geworden, zugunsten der DVD. Meist handelt es sich (wie bei den...
Mit «Émilie», Kaija Saariahos dritter Kollaboration mit dem Librettisten Amin Maalouf, hat das Lincoln Center Festival zum wiederholten Mal ein Stück importiert, dessen Stoff zwar kulturhistorisch interessant, aber nicht augenfällig für das Musiktheater geeignet ist. Die Produktion selbst bezieht ihren Glanz denn auch mehr von erlesenen Werbefotos als aus ihrer...
Selten ist im Vorfeld einer Premiere so viel schiefgelaufen wie jetzt im Mannheimer Nationaltheater bei Johann Christian Bachs «Temistocle», einer Reformoper, die 1772 in Mannheim uraufgeführt und seither kaum mehr gespielt worden ist. Ursprünglich sollte sie szenisch von Achim Freyer betreut werden. Als dieser sich entschied, als «Ring»-Regisseur einzuspringen,...
