Erkenntnis durch Gegenüberstellung
Zum Doppeljubiläum Wagner/ Verdi hatte die Hochschule für Musik und Tanz in Köln eine Ringvorlesung angesetzt, die den Untertitel «Kulturen der Oper» trug. Die Idee mag auf den ersten Blick wenig spektakulär sein, zeigt sich aber bei näherer Betrachtung als überaus anspruchsvoll.
Die zwölf daraus hervorgegangenen, vom Initiator Arnold Jacobshagen jetzt in Buchform herausgegebenen Aufsätze stecken ein breites Spektrum ab, das das Verhältnis Verdis und Wagners zur Politik (Michael Walter), zur Literatur (Albert Gier), aber auch zu den Musikzentren der Zeit und dominierenden ästhetischen Paradigmata einschließt (Jean-François Candoni), außerdem kompositorische (Johannes Schild u. a.) und rezeptionsgeschichtliche Aspekte (Arnold Jacobshagen u. a.) sowie Fragen der Interpretation.
Grundlegend war die Idee des Doppelporträts, so dass in allen Aufsätzen beide Komponisten behandelt werden. Dies geschieht meist additiv, nur selten wird die Denkfigur des Doppelporträts auch wirklich als heuristisches Instrument verstanden. Das geschieht etwa, wenn Thomas Seedorf sich mit stimmlichen Heroisierungstendenzen im 19. Jahrhundert auseinandersetzt und ein Doppelporträt eigener Art zeichnet: Was für ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Stephan Mösch
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Stimmt, ich bin China nicht so bekannt. Meine Karriere hat sich seit meinem Debüt an der Wiener Volksoper 2004 vor allem im Westen entwickelt. Ich bin es gewohnt, als einzige asiatische...
