Kontrolle und Emotion
Sie sagten einmal, Ihr Bayreuther «Parsifal»-Dirigat habe Sie verändert. Was ist passiert? Mir war das vorher nicht so deutlich, dass Wagner nicht nur ein grandioser Komponist, sondern auch so etwas war wie der erste große Dirigent. Bei ihm ist alles unheimlich klar organisiert. Man kann in Bayreuth nicht reüssieren mit dem Vorsatz: «Ich will hier meine Ideen verwirklichen.
» Man muss erst versuchen, diese besondere Situation zu begreifen. Große Gesten zum Beispiel, zu denen wir ja gerade bei Wagner verleitet werden, sollte man vermeiden. Und das alles nimmt man dann mit an andere Orte.
Ist man als jüngerer Dirigent in Gefahr, als Kontrollator aufzutreten?
Das liegt am Typ.
Manche gehören mehr zu den Emotionalen, manche mehr zu den Kontrollfreaks ... und Sie?
Ich behalte schon grundsätzlich gern die Kontrolle über die Sache. Vertrauen aufbauen, einfach spielen lassen, diese große Kunst muss man mit den Jahren lernen.
Dirigiert man Symphonisches anders, wenn man wie Sie an Opernhäusern sozialisiert wurde?
Ja. Man dirigiert kapellmeisterlicher, formaler, organisatorischer. Das ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Markus Thiel
Es hätte schiefgehen können. Vor drei Jahren standen die Bühnen der Stadt Gera und das Landestheater in Altenburg kurz vor der Pleite. Nichts schien mehr zu gehen, der letzte Vorhang nur eine Frage der Zeit. Zumal die 1994 verordnete Fusion zur TPT, der Theater und Philharmonie Thüringen GmbH, Wunden schlug, die bis heute nicht verheilt sind. Seit 1871 wird in...
Es sind so viele Emotionen an diesem Abend», sagt Chefdirigent François-Xavier Roth, und sein Blick nach einer beeindruckend bedrückenden Interpretation von Anton Bruckners Achter Sinfonie sagt alles. Da hat ein Orchester gewissermaßen sein eigenes Requiem gespielt. «Mysterium» – «Apokalyptische» lauten die Beinamen des gewaltigen sinfonischen Werks. An diesem...
ARD-ALPHA
7.9. – 20.15 Uhr
Jedes Ding hat seine Zeit.
Film von Eckhart Schmidt über Sena Jurinac.
14./21./28.9./3.10. – 11.00 Uhr
Lorin Maazel dirigiert
1. Dvorák: Symphonie Nr. 9 e-moll, op. 93;
2. Ravel: Rhapsodie espagnole, Strawinsky: Le Sacre du printemps;
3. Mozart: Symphonie C-Dur KV 551;
4. Bruckner: Symphonie Nr. 8.
21.9. – 20.15 Uhr
Jörg Widmann.
Porträt...
