Auf der Bühne kriegt man keinen Schluckauf
Haben Sie sich die Zeit nach Ihrer Intendanz so vorgestellt?
Nee. Jedenfalls nicht so arbeitsreich. Ich hatte schon gehofft, etwas mehr Freizeit zu haben und das Zuhause genießen zu können. Ich bin fast genauso viel auf Reisen wie zu Sängerzeiten.
Man könnte sich auch dagegen entscheiden.
Ja, das stimmt wohl. Aber wenn man im Alter noch so gefragt ist, ist das schon ein schönes Gefühl. Und wenn es mit dem Erfolg der Inszenierungen so weitergeht: auch wunderbar.
Welche Stücke oder Komponisten passen nicht zur Regisseurin Brigitte Fassbaender?
Das habe ich noch gar nicht herausgefunden. Es ist mehr eine Frage der Häufung. Eine «Zauberflöte» könnte ich immerzu machen. Ein Musical müsste ich nicht noch einmal inszenieren. Ansonsten schrecke ich vor nichts zurück. Ich würde mir wahnsinnig gern noch einmal «Salome», «Elektra», «Peter Grimes» oder «Turn of the Screw» vornehmen. Mal schauen.
Sie geben immer mehr Meisterkurse ...
Da habe ich einfach zu selten nein gesagt. Ich will und muss künftig Schwerpunkte setzen. Die Arbeit mit den Opernstudios in München, Zürich und Berlin bereitet große Freude. Aber eine Gastprofessur oder so etwas, das möchte ich nicht. Nicht noch mal in die Tretmühle, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Interview, Seite 36
von Markus Thiel
So viel Lärm um Glyndebourne war wohl nie. Wie Donnerhall dröhnte es nach der ersten Premiere dieses Jahres über den lieblichen South Downs. Nicht, dass das seit 1934 auf einem Landgut in East Sussex veranstaltete Opernfestival seinen in Frack und Abendrobe anreisenden Habitués mit einem kühnen Programm zur 80. Sommersaison das Champagner-Picknick auf der Wiese...
Der Komponist Manfred Gurlitt (1890-1972) vertonte fast gleichzeitig mit Alban Berg den «Woyzeck» von Büchner, der damals noch Wozzeck hieß. Das gelang ihm vorzüglich, weil er sich eng an die Vorlage hielt. Später vertonte er auch die «Soldaten» von Lenz. Das misslang aus dem gleichen Grund: Er hielt sich zu eng an die Vorlage. «Die Soldaten» – das ist die...
Man muss kein Kinderhasser sein, um die Geschichte von der «Frau ohne Schatten» schwer verdaulich zu finden. Selbst wer das Drama des unerfüllten Kinderwunsches ernst nimmt, kann sich überlastet fühlen, wenn zum Schluss der Richard-Strauss-Oper der Chor der Ungeborenen seine Stimme erhebt. Regisseure flüchten da gern mal in die Ironie und lassen die Kinderwagen...
