Frei sein

Sie weiß genau, was sie will. Und mag es gar nicht, auf bestimmte Rollen oder Typen festgelegt zu werden. Damit hat es Marianne Crebassa weit gebracht. Heute ist die Mezzosopranistin nicht nur als Mozart-Interpretin, sondern für ein breit gefächertes Repertoire gefragt. Jüngster Zuwachs: Debussys Mélisande

Opernwelt - Logo

Frau Crebassa, Mozarts Sesto ist in letzter Zeit zu einer Ihrer wichtigsten Rollen geworden. Sie haben die Partie 2017 in der Salzburger Neuproduktion von «La clemenza di Tito» unter Teodor Currentzis gesungen, wenige Monate später in einer von Dan Ettinger geleiteten Wiederaufnahme der Willy Decker-Produktion im Pariser Palais Garnier. Waren das, musikalisch betrachtet, zwei verschiedene Welten?
Das kann man wohl sagen. Aber ich muss vorsichtig sein. In Salzburg gab es natürlich eine lange Probenphase, da lernt man sich gut kennen.

In Paris waren für die Wiederaufnahme nur sechs Probentage angesetzt. Und ich hatte vorher nie mit Dan Ettinger gearbeitet. Insofern vergleiche ich hier Äpfel mit Birnen. Zu Teodor Currentzis kann ich aber schon einiges sagen. Er ist ein Musiker, der sehr eigenwillige, besondere Vorstellungen hat. In Salzburg konnte er die mit seinem eigenen Orchester und Chor umsetzen. Ich meine damit gar nicht die Striche und Ergänzungen, die er gemeinsam mit dem Regisseur Peter Sellars einführte. Sondern die Tatsache, dass er die Musik, die Partitur zu einer sehr persönlichen Sache macht. Der Salzburger «Titus» klang für mich barock, die Tempi waren ungewöhnlich, es ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2018
Rubrik: Interview, Seite 52
von Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Gedankenspiele

Für sein neuestes Musiktheaterwerk hat Sidney Corbett auf ein nicht realisiertes Projekt Pier Paolo Pasolinis zurückgegriffen. Wie in seinem erfolgreichen Film «Das 1. Evangelium – Matthäus», in dem Pasolini Jesus als kompromisslosen Prediger mit sozialrevolutionären Zügen darstellt, wollte er auch Paulus, die Zentralfigur im Übergang vom Urchristentum zur...

TV-Klassiktipps Juni 2018

alpha

03.06. – 20.15 Uhr
Mahler: Rückert-Lieder

ML: Haitink, S: Gerhaher

03.06. – 20.40 Uhr
Annette Dasch: Gretchenfrage

Münchner Rundfunkorchester

17.06. – 20.15 Uhr
70 Jahre BR-Chor

ML: Jansons

24.06. – 20.15 Uhr
Händel: Messias

BR-Chor

arte

03.06. – 23.50 Uhr
Haydn: Die Schöpfung

Mit Haydns Oratorium in einer Inszenierung von La Fura dels Baus eröffnete die...

Keckern, Kichern, Jauchzen

«Opera Ireland ist eingegangen,» schrieb Michael Dervan 2010 in seinem Abgesang in der «Irish Times», als die gebeutelte Kompanie nach 69 Jahren endgültig einbrach – um gleich eine pikante Frage anzufügen: «Und was ist mit der neuen Irish National Opera, die Kunstminister Martin Cullen auf den Plan gerufen hat [...]? Tja. Tun wir das Undenkbare im aktuellen Klima:...