Arm, aber glücklich?
Ein Fisch! Endlich etwas auf dem Tisch. Satt werden Rodolfo und seine Kumpanen davon bestimmt nicht, aber was tut’s. Ein munteres Völkchen, diese Pariser Lebenskünstler, auch mit leerem Magen. So zeigen es uns viele Inszenierungen von Puccinis La Bohème, auch jene von Davide Livermore in Valencia. Seine turbulente Personenführung macht den Leuten Laune. Bei Mimìs tragischem Tod am Schluss werden zwar einige Taschentücher aus den Abendtaschen geholt – doch sie verschwinden gleich wieder, denn schon in die Schlusstakte der Oper hinein ertönen die ersten Bravos.
Arm, aber glücklich? Das Sprichwort «Ein voller Bauch studiert nicht gern» fällt uns ein, ursprünglich wohl auf die Verdauungsmüdigkeit bezogen, aber verhängnisvollerweise durch die Jahrhunderte auch gern benutzt, um künstlerisch und geistig Kreative zu gängeln. So arbeiten unzählige (Frei-)Schaffende der bildenden, darstellenden und schreibenden Zunft für Honorare, für die (umgerechnet auf Stundenlöhne) die meisten Putzfrauen den Besen nicht aus der Ecke holen würden. Auch heute, im Zeichen der Krise – während Zocker, deren Tun die Welt an den Rand des Abgrunds drängt, in den Privatgaragen ihre Ferraris polieren.
Die Kleinen ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Persché
Die Schweizerin konnte ihr Leben ganz der Schönheit weihen. Die Russin verbrachte die wichtigsten Dekaden ihrer Laufbahn unter den dunklen Wolken der Politik. Lisa della Casa ging 1943 nach dem Studium bei Margarethe Häuser und dem Debüt in Solothurn/Biel (1941) an die Zürcher Oper, dann betrat sie als Sophie und Zdenka die Hallen des Ruhms: die der Wiener...
Kritische Neuausgaben älterer Opern müssen nicht immer zu veritablen Entdeckungen führen. Im Fall von Giacomo Meyerbeers französischen Opern tun sie es jedoch ganz gewiss. Das hängt zum Teil mit der individuellen Schaffensweise des Komponisten zusammen und in noch höherem Maße mit den Arbeitsbedingungen an den damaligen Pariser Opernhäusern, vor allem dem größten...
Vergesst Barcelona, vergesst Madrid. Spaniens Kulturmetropole der Zukunft sollte in Valencia entstehen. Weg mit dem Ruch des Provinziellen, weg mit den Komplexen gegenüber den reichen Katalanen und den mächtigen Madrilenen. Endlich mal Spitze sein. Koste es, was es wolle. Hatte nicht Bilbao mit Frank Gehrys Guggenheim Museum vorgemacht, wie eine hässliche, darbende...
