Gordon: Acquanetta

Aachen

Opernwelt - Logo

Zu seinem Abschied als Aachener Intendant präsentiert Paul Esterhazy nach Det­lev Müller-Siemens’ «Die Menschen» (siehe OW 6/2005) ein weiteres Werk zeitgenössischen Musiktheaters, zugleich eine Uraufführung. Auch Michael Gordons «Acquanetta» verzichtet auf ein Handlungskontinuum, montiert lediglich meditative Szenen. Die erste «Arie» der Titelfigur umkreist beispielsweise einen einzigen Gedanken: «Verhülle mich, verwandle mich, tausche mich aus...». Dieser Text (Libretto: Deborah Artman) deutet die der Oper zugrunde liegende «Sto­ry» an.

Acquanetta übernahm seit den vierziger Jahren diverse Rollen in so genannten «B-Movies». In «Captive wild Woman» (1943) gibt die indianisch geborene Schönheit nach bester «Frankenstein»-Manier eine Äffin, die von einem verrückten Wissenschaftler durch Hirntransplantation in eine attraktive Frau verwandelt wird. Eine elementare Eifersuchtserfahrung macht diese Mutation aber wieder rückgängig.
In der Oper beschreiben die Worte der elften Szene (Arie) «Ich bin ein schönes Monster» nicht nur das Äußere der Vorgänge, sondern sie reflektieren auch die unerbittliche Vereinnahmung eines «Stars» durch die Filmindustrie. Wäh­rend «Captive wild Woman» ganz ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 52
von Matthias Norquet

Vergriffen
Weitere Beiträge
Auf Janácek zugehen

«Seine Utopie» nennt Stéphane Lissner die Kooperationen mit den großen euro­päischen Musikbühnen als Teil von gesamteuropäischen Opernprojekten. Sie bilden eine Spindel auch des Programms der Wiener Festwochen. Seit diesem Jahr ist Lissner Musikdirektor der Wiener Festwochen und wird es, so heißt es zumindest im Moment, da dies geschrieben wird, trotz seiner...

Erschöpfte Rächerin, malender Färber

Ein Opernhaus, das mehr als hundert Musiker sein Eigen nennt, greift gern zu Werken, die den vollen Klangapparat fordern. Auch die Dirigenten möchten von Zeit zu Zeit einmal als musikalische Feldherren vor dem Orchester stehen. Dann setzen sie bevorzugt Werke von Richard Strauss an. So wie jetzt in Paris und Brüssel. An der Bastille-Oper dirigierte Christoph von...

Donizetti: Viva la mamma!

Detlef Altenbeck, der streitbare Ober­spiel­leiter am Landestheater, hat diesmal alles richtig gemacht. Seine Textfassung der fast einhundertachtzig Jahre alten Opera buffa und seine ins Coburger Hier und Heute versetzte Inszenierung haben so viel Drive, Witz und Hintersinn, dass es leicht fällt, dieser Produktion Kultstatus zu prophezeien. Das Programmheft...