Aus der Werkstatt für die Werkstatt
«Soeben gelesen. Bravo, Bravissimo» – in diesen Ruf dürfte der Leser ausbrechen, der Fabian Kerns Dissertation über die Beziehungen der Coburger Theatermalerfamilie Brückner zu den Bayreuther Festspielen von 1876 bis 1914 gelesen hat. Das mit vielen Erstveröffentlichungen reich bebilderte Buch zeigt, dass geduldiges Quellenstudium noch viele unbekannte wie wichtige Dokumente zutage fördern kann und die bekannten Quellen, im Hinblick auf die nun entdeckten, neu interpretiert werden können.
Dabei handelt es sich zunächst «nur» um eine Arbeit, die das denkbar «unpolitische» Bühnenbild in den Blick nimmt. Wie vermint gerade dieses Gelände in der Rezeptions- und der (von Lügen und Fälschungen durchzogenen) Selbstdeutungsgeschichte der Bayreuther Festspiele unter Cosima und Siegfried Wagner ist, zeigt Kern in frappierender Weise. Man gewinnt mit der Lektüre ein gewandeltes Bild der Bayreuther Festspiele zwischen der Gründung und dem Ersten Weltkrieg.
Die Hauptthese lautet: Die Brückners waren keine routinierten Theaterfabrikarbeiter, sondern autonome Künstler. Sie klebten nicht am Historismus, sondern entwickelten ihre ästhetischen Ausdrucksmittel kontinuierlich weiter. Sie arbeiteten ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/Buch, Seite 30
von Frank Piontek
Das Schicksal des «Deutschen Miserere» von Bertolt Brecht und Paul Dessau ist denkwürdig. Umso mehr, da es erst jetzt, sieben Jahrzehnte nach seiner Entstehung, auf einer Opernbühne erscheint. Das packende Stück war als Oratorium gedacht, entstand während des Zweiten Weltkriegs im US-amerikanischen Exil, wurde aber erst 1966 in der DDR konzertant aufgeführt, 1989...
Frau Magee, in ein paar Wochen geben Sie Ihr Bühnendebüt als Salome. Haben Sie schon Bauchtanz geübt?
Bis jetzt nicht – obwohl ich den traditionellen Bauchtanz sehr feminin und sinnlich finde. Aber meine Erfahrungen mit Tanzunterricht bestehen im Wesentlichen aus einigen Ballettstunden. Obwohl ich Tanz sehr mag, wird aus mir sicher keine Tänzerin mehr.
Salome-Darste...
«Partenope», Händels 27. Oper, ist ein vergnügliches Liebesverwirrspiel, bei dem es selbst dem aufmerksamsten Zuschauer schwerfällt, immer auseinanderzuhalten, welcher der drei Freier – Arsace, Armindo oder Emilio – um die Hand der legendären antiken Königin Partenope bei den gleichermaßen amourösen wie kriegerischen Verwicklungen gerade im Vorteil ist. Richtig...
