Grauer Wahn

Christoph Loy und Ingo Metzmacher zeigen Verdis «Macbeth» in Genf als subtiles Kammerspiel

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Christof Loy steht für psychologisch gewitzte Inszenierungen, hochpräzise Personenregie und eine strenge Diät der Mittel. Für seine demonstrative Pracht-Verweigerung musste der vielfach ausgezeichnete, zweimal (2003, 2008) von «Opernwelt» zum «Regisseur des Jahres» gekürte Regisseur, durchaus hin und wieder Proteste verkraften.

Nun hat er sich am Grand Théâtre de Genève an Verdis spröden «Macbeth» gewagt.

Ein Risiko? Intendant Tobias Richter, der Loy an der Deutschen Oper am Rhein seine ersten großen und überregional beachteten Erfolge ermöglichte, hält die ästhetische Toleranz des Genfer Publikums für begrenzt. «Sie wollen hier kulinarische Oper. Keine großen Experimente, das Publikum ist sehr satt.» Es ist bereits Loys vierte Regiearbeit in Genf, seit Tobias Richter 2009 dort die Intendanz übernahm. Die Existenzsorgen, die vielen Kollegen im deutschen Stadttheatersystem das Leben schwer machen, sind für Richter in der reichen Bankenstadt noch kein brennendes Thema. Aber Kürzungen gab es auch hier, und: «Wir werden sehr genau kontrolliert.» Größere Flops kann man sich nicht leisten. Loy verblüfft in seiner Inszenierung mit einer fein austarierten Synthese aus Opulenz und Reduktion ...

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Opernwelt August 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Regine Müller

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