Elf Personen suchen einen Stoff

Zuraj/Grütter/Langemann: Orlando Bielefeld / Theater

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Die Oper ist und bleibt der Wolpertinger unter den Künsten, bei dem sich Text, Musik und Szene gegenseitig unterstützen, kommentieren oder im Wege stehen. Diese Offenheit des Genres weckt zuweilen die Begehrlichkeit, alles hineinzuwerfen, auf dass am Ende schon irgendetwas Neues oder Aktuelles herausschaue.

Das jüngste Projekt der Deutsche Bank Stiftung und ihres Förderprojekts «Akademie Musiktheater heute» beeindruckt denn auch besonders durch die Literaturliste der herbeizitierten Dichter und Philosophen von Ariost über Nietzsche und Virginia Woolf bis zu Georges Bataille und Byung-Chul Hans Buch «Müdigkeitsgesellschaft».

Im Musiktheater «Orlando», das von elf (!) Stipendiaten der Akademie auf die Bühne des koproduzierenden Theaters Bielefeld gebracht wurde, geht es keineswegs nur um Ariosts Aventüren des rasenden Rolands oder Virginia Woolfs zeitenüberspringende Cross-Gender-Heldin Orlando. Die drei Textblöcke von Alexander Stockinger, Judith Pielsticker und Janine Ortiz wollen vielmehr die verhetzte Wesenlosigkeit unserer Zeit ausleuchten, die Jagd nach Erfolg und Identität und ihren Kollaps im Vergnügungstaumel. Wohl erscheint Orlando in jedem der drei Teile, doch liegt er im ...

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Opernwelt August 2013
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Michael Struck-Schloen

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