Mascagni: Cavalleria rusticana, Leoncavallo: I pagliacci
Oft geht dramaturgischer Ehrgeiz dahin, das veristische Dioskurengespann «Cav/ Pag» zu trennen und mit anderen Partnern zu kombinieren. Manche Regisseure unterstreichen lieber die Gemeinsamkeiten. Giancarlo del Monaco führte vor Jahren in Bonn alle Figuren zu einem schicksalsschweren Finale zusammen, etwas simpler operierte in Gelsenkirchen Gabriele Rech in gleichbleibendem Bühnenbild.
Auch Harald Thors Dortmunder Ausstattung stellt vor allem die Verbindungen zwischen den beiden Stücken heraus.
Zwar spielt «Cavalleria» in einem herben, von Häuserfronten bestimmten Milieu, während in «Pagliacci» (nicht unbedingt zwingend) die Pop-Generation Spuren hinterlassen hat, doch hier wie dort dominiert ein mittiges Spielpodest: die Welt als Bühne. In «Cav» ist es Schauplatz für verkrustete Rituale, in «Pag» für ein überhitztes Lebensgefühl.
Leicht überhitzt ist auch die Inszenierung von Christine Mielitz. Was einem trotz Detailqualität – umgangssprachlich ausgedrückt – auf den Geist geht, ist die Hyperaktivität auf der Bühne. Die Tragödie Santuzzas wirkt wie ausgewürgt, Lucias mütterliche Beflissenheit findet nicht Ruh’ noch Rast, der Chor bewegt sich choreografisch unermüdlich von rechts ...
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