Paralleluniversum, Volkshochschule
Dem bequem Üblichen und Überkommenen, dem Gewohnheitsgeplapper hat Nikolaus Harnoncourt sich stets entzogen. Auch und vor allem in der Musik. Nicht, dass man mit seiner Interpretation von Mozarts «Zauberflöte» 2012 bei den Salzburger Festspielen immer d’accord war. Manches schien doch ein wenig nach gewolltem «Anders-als-die-anderen» zu riechen, und man konnte die hoch geschätzte Korrespondentin einer großen deutschen Tageszeitung verstehen, die dem Dirigenten «altmeisterlichen Manierismus» vorwarf.
Doch wenn man Harnoncourts Lesart nun auf DVD nachprüft, überzeugt sie in ihrer Radikalität. Der dynamische und agogische Ausnahmezustand, all die Rubati, Fermaten, Generalpausen, die verzögerten Auftakte, die extremen Ritardandi, die plötzlichen Stauchungen putzen die Ohren, lassen das Stück quasi neu entstehen. Mozarts Sonne wirft bei Harnoncourt und seinem Concentus Musicus ganz ungewöhnliche Schatten, man wähnt sich quasi in einem Paralleluniversum.
Die Sängerriege indes ist von unterschiedlicher Qualität, doch dank Harnoncourt darf man hier getrost die Augen schließen und die Fantasie auf die Hörbühne schicken, denn was der Regie (Jens-Daniel Herzog) zum Stück einfiel, diese ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 39
von Gerhard Persché
Herr Engstroem, zum Jubiläumsfestival sind mehr Musiker und mehr Besucher nach Verbier gekommen als je zuvor. Gibt es für Sie Grenzen des Wachstums?
Ich freue mich natürlich, dass das, was wir seit 1994 versuchen, einen so guten Ruf hat. Es ist ja nicht so, dass man mal eben einen Abstecher nach Verbier macht. Dafür liegt der Ort zu abgeschieden. Verbier ist eine...
Opernwelt-Jahrbuch
Wo steht das «Opernhaus des Jahres»? Wer ist «Sänger des Jahres», und wer siegt in der Kategorie «Dirigent»? Am 30. September erscheint unser Jahrbuch «Oper 2014». Es enthält die mit Spannung erwartete Kritikerumfrage, Porträts und Interviews sowie
Essays zu den Jubilaren Gluck und Rameau und vieles mehr.
«Trovatore» in Salzburg
Sie haben es...
Jemandem Holzhosen um die Hüften zu hexen, gehört in Finnland zu den ältesten Tricks. Er wird durch Singen bewirkt. «Dann sing ich ihm Steinschuhe an die Füße, Holzhosen um die Hüften», prahlt der Jungspund Jouhakainen im dritten Lied des Nationalepos «Kalevala», als er sich mit dem Oberzauberer Väinämöinen messen will. Singen, sagen und zaubern sind – auch...
