Augsburg, Gounod: Roméo et Juliette
Es war sein Einstieg: Frisch aus Klagenfurt engagiert, dirigierte der 29-jährige Ungar Henrik Nánási als neuer Erster Kapellmeister mit «Roméo et Juliette» eine viel versprechende Erstaufführung: Staunenswert, zu welchen Farbmischungen der Bläser und Streicher er sein neues Orchester animierte, wie er Oberstimmen leuchten ließ, Übergänge weich modellierte, Steigerungen genau austarierte und im Tutti immer auf einen durchsichtigen, fein schimmernden Klang achtete. Nánásis Schlagtechnik ist von verblüffender Genauigkeit, Transparenz und Ökonomie.
Wer unter ihm spielt, kann nicht anders, als konzentriert zu folgen.
Das tat neben dem exzellenten Orchester auch der bemerkenswert ausdrucksstarke, nie forcierende Chor. Und das versuchten – mit unterschiedlichem Erfolg – auch die Solisten. Denn Petra van der Mieden als Juliette wirkte bei ihrer großen ersten (Koloratur-)Arie noch etwas nervös, konnte sich dann aber dank der Leuchtkraft ihrer Stimme immer mehr behaupten. Leider gelang das Peter Bernhard mit seinem lyrischen, warm timbrierten, aber allzu wenig tragfähigen Tenor nicht immer. Vor allem in der Höhe und mit der Phrasierung hatte er Probleme. Beide zusammen waren dennoch ...
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