Operntod am Valentinstag
Mimì strahlt. Frisch erwachte Liebessehnsucht zu Rodolfo steht ihr ins Gesicht geschrieben. Dabei müsste sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon eine Leiche sein, den Opernfilmtod ist sie bereits am Valentinstag gestorben. Ins melodisch verklärte Ende gehustet hat sich die moribunde Anna-Mimì, der die Kunst der Maskenbildnerei selbst die wonnige Kindshoffnung aus den rosigen Wangen wegschminken konnte, diesmal nicht im Pariser Quartier Latin oder wenigstens in einem berühmten Opernhaus, sondern in den Wiener Filmstudios am Rosenhügel.
Und soeben ist sie für die Café Momus-Szene, die danach gedreht wird, wiedererstanden.
Wir sind dort, wo sich Romy Schneider erstmals die Sissi-Haut überstülpte, die sie nie wieder loswurde. Nun lässt der Mann, der die immer noch lukrativen «Sissi»-Rechte hält, einen neuen Weihnachtsfilm entstehen. Der gebürtige Slowake Jan Mojto (59) glaubt fest an die Kraft der Oper. Und so hat der TV-Eventfilmproduzent («Napoleon», «Krieg und Frieden») aus der Konkursmasse von Leo Kirch dessen Opern- und Musikfilmsparte Unitel gekauft und sie nach Jahren der reinen Archivpflege im Zuge des DVD-Booms wieder zu Neuproduktionen aktiviert. Jetzt soll ein «La ...
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Paul Dukas’ «Ariane et Barbe-Bleue» ist einer der großen Opern-Solitäre des beginnenden 20. Jahrhunderts – ein musikalisches Meisterwerk, das gleichberechtigt neben Debussys «Pelléas et Mélisande» und Strauss’ «Salome» steht. Wesentlichen Anteil an der Faszination, die das Werk ausstrahlt, hat der rätselhafte Text des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck,...
«Die Soldaten» wiedergehört. Ohne Szene. Das Stück läuft ja bei der RuhrTriennale mit riesigem Erfolg und wird in der Bochumer Jahrhunderthalle ständig wiederaufgelegt. Auch bei Willy Decker in Dresden war es ein Erfolg, ebenso bei Harry Kupfer in Stuttgart, Hans Neuenfels in Berlin. Vielleicht geht es den «Soldaten» so wie Debussys «Pelléas»: Das Stück wird wenig...
Lange waren Walter Felsensteins Opernfilme Sammler- und Liebhaberobjekte bei eBay, auf Tauschbörsen und in Internetforen. Den 1954/56 gemeinsam mit Hanns Eisler bearbeiteten und in den Wiener Rosenhügel-Studios gedrehten «Fidelio» bekam man über die Bavaria-Tochter EuroVideo, den «Othello» (1969) über das New Yorker Label VIEW Video, den «Figaro» (1976) als teure...
