Klangereignis
Das Bühnenbild von Hans Dieter Schaal spielt auf höchst originelle Art mit der Doppelbödigkeit des Stoffs: Die linke Bühnenhälfte zeigt mehrfache Verglasung und ein blendend weißes Stiegenhaus. Das Innere eines modernen Gebäudes, einer psychiatrischen Klinik vielleicht. Rechts hat Paul, die Hauptfigur, in seiner fetischistischen Trauer um seine verstorbene Frau einen Erinnerungstempel eingerichtet, der, mit Halbbogensäule und schwerem rotem Vorhang, an eine Theaterbühne erinnert.
Regisseur Nicolas Brieger deutet Pauls Wahnvisionen ganz in C. G.
Jung’scher Manier als psychischen Defekt, als Schizophrenie. Immer wieder bevölkern gesichtslose blasse Figuren Pauls Traum oder eben seinen Wahn. Diese Interpretation mag einem Trend folgen, aber sie ist schlüssig, und die Bilder wirken nachhaltig. Ein häufig aktiviertes szenisches Element ist eine Filmkamera auf der Vorderbühne, mit der Paul Stummfilmsequenzen seiner Verstorbenen vorführt – eine Anspielung auf Korngolds spätere Karriere als Filmmusikkomponist?
Ob Paul am Ende von seinem Wahn geheilt ist, wie dies in allen Handlungsresümees behauptet wird, darüber lässt sich streiten. Nicolas Brieger hat das in seiner Genfer Inszenierung ...
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