Romantische Gratwanderungen
An Aufnahmen von Schuberts letztem Liederzyklus «Schwanengesang» herrscht kein Mangel. Wer sich der erdrückenden Konkurrenz stellt, muss etwas Eigenes zu sagen haben. Markus Schäfer, als Tenor im Barockrepertoire erfahren und bereits auf die 60 zugehend, hat es. Was seiner herben, monochromen, vom Timbre her wenig attraktiven und technisch oft unausgeglichenen Stimme abgeht, macht er durch Gestaltung wett. Bei den lyrischen Stücken muss man über manches hinweghören, obwohl er dem populären «Abschied» einen geradezu hysterisch forcierten Drive gibt.
Aber die reflexiven, düster pessimistischen Lieder erfasst er mit einem Ausdruck, der tiefer dringt als die meisten seiner eleganter und eloquenter singenden Kollegen. Das Rellstab-Lied des «Welthinausziehenden» («In der Ferne») und die Stücke «Die Stadt», «Am Meer» und den «Doppelgänger» aus der Heine-Gruppe singt er mit schmerzvoller, ja geradezu bestürzender Eindringlichkeit, wobei er das gesamte dynamische Spektrum vom expressiven Schrei bis zum kraftlosen, nur mehr hingehauchten Versagen des Tons ausreizt. Schäfers Gesang öffnet dem Hörer einen Raum der Imagination, die an so große Vorgänger wie Karl Erb, Julius Patzak, Peter Pears ...
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Opernwelt November 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Uwe Schweikert
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren des Monats November. 2019. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I =...
alpha
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Brahms: Ein Deutsches Requiem
17.11. – 21.45 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Mozarts «Requiem» und Schönbergs «Ein Überlebender aus Warschau»
arte
03.11. – 16.50 Uhr
Verdi: Messa da Requiem
Berliner Philharmoniker (2019)
ML: Muti, S: Garanča, Meli, Abdrazakov, Yeo
06.11. – 05.00 Uhr
Werke von Beethoven
Berliner...
Alle Beschränkung beglückt», vermerkte Arthur Schopenhauer. Er tat dies in Hinsicht auf seine Erkenntnistheorie, nicht auf den von Arnold Schönberg geschaffenen «Verein für musikalische Privataufführungen». Doch im geschärften Blick auf das Wesentliche mögen sich gemeinsame Glücksmomente ergeben – etwa in der musikalischen Bearbeitung, die Schönberg Gustav Mahlers...
