Belcantotheater
Geht es um Belcanto, «geben sich die Produzenten meist damit zufrieden, um ein paar Vokalstars herum dekorative Arrangements zu schaffen», habe ich aus früherem Anlass einmal moniert. Wie schön, dass ich jetzt von drei prominenten Gegenbeispielen berichten kann, bei denen die Regisseure die szenischen Herausforderungen und Möglichkeiten, die in den Stücken stecken, ernsthaft angenommen haben und dabei zu denkwürdigen Ergebnissen gekommen sind.
In München hat man Donizettis «La Favorite» in der französischen Originalfassung auf den Spielplan gesetzt, um Elīna Garanča Gelegenheit für ihr szenisches Rollendebüt als Léonor zu geben, aber gleichzeitig einen Rahmen geschaffen, der auch ihre schauspielerischen Fähigkeiten forderte, indem man die Gattung der Grand opéra durch Reduktion und Abstrahierung des Pomps entkleidete und das Kammerspiel der Frau zwischen zwei Männern in den Vordergrund stellte. Die Inszenierung Amélie Niermeyers kommt möglicherweise auf DVD zu stärkerer Wirkung als im Riesenraum des Nationaltheaters. Ein Meer von Stühlen auf der leeren Bühne gibt die symbolische Szenerie ab. Gleichsam «zwischen allen Stühlen» taumeln Léonor und Fernand ihrem tragischen Ende ...
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Opernwelt März 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Wenn es um die ersten Kontakte zwischen Jazz und klassischem Musiktheater geht, ist schnell von Křeneks «Jonny spielt auf» (1927) die Rede, von Brechts und Weills «Dreigroschenoper» (1928) und «Mahagonny» (1930), in jüngerer Zeit auch von den um 1930 entstandenen Operetten Paul Abrahams. Nie Erwähnung aber findet in diesem Zusammenhang Alexander von Zemlinskys...
Natürlich tritt sie noch auf, nur eben auf der anderen Seite. Im Parkett der Wiener Staatsoper zum Beispiel, wo Christa Ludwig sich gern ansprechen lässt von den Fans. Auch im Festspielhaus Erl, weil sie einige Kilometer weiter gerade einen Meisterkurs gibt. Hof halten ist das weniger. Ein, zwei Minuten, schon ist man drin in einem Pausengeplauder, in...
Nur einem von Emil Nikolaus von Rezniceks 25 Bühnenwerken war ein durchschlagender Erfolg beschieden – der 1894 uraufgeführten «Donna Diana». Auf den Spielplänen sucht man die Oper zwar immer noch vergebens, aber ihre spritzig-eingängige Ouvertüre überlebte im Konzertsaal und ist vermutlich älteren Semestern noch im Ohr als Markenzeichen des ZDF-Musikquiz’...
