Konzertierte Aktion
Premieren von Humperdincks «Hänsel und Gretel» sind in der Vorweihnachtszeit eher Regel als Ausnahme. Diese jedoch hat es in sich. Sie markiert die Gründung der «Wanderoper Brandenburg» – eine Offensive, die überregionales Interesse verdient. Zur Zeit der Wende gab es in Brandenburg fünf Dreispartenhäuser. Geblieben ist davon ein einziges und mit ihm ein letztes Musiktheater-Ensemble: Cottbus. In Potsdam, Senftenberg und Schwedt existieren nur noch kleine Schauspieltruppen, in Brandenburg und Frankfurt/Oder stehen Mehrzweckhallen ohne Ensemble.
Es sieht ganz so aus, als ob in großen Teilen des Landes Oper, Operette, Musical aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind. Weil angesichts der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung der Städte keine Neugründung eines Theaters zu erwarten ist, hat der Regisseur und Hochschullehrer Arnold Schrem die Initiative ergriffen. Seine «Wanderoper» ist ein «Verein für kulturelle Bildung»; keine Geringere als die Sopranistin Edith Mathis gibt ihren Namen als Ehrenmitglied für die gute Sache. Viermal im Jahr will die «Wanderoper» die Landkreise mit Aufführungen besuchen und so eine Grundversorgung bieten, die seit Jahren fehlt. Ein ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Stephan Mösch
Unter den 768 Werken von Franz Liszt, die in Grove’s Dictionary of Music verzeichnet sind, finden sich rund achtzig Lieder – von Nummer 269 bis 350. Bevor er das erste schrieb («Angiolin»), hatte er schon Lieder von Rossini, dann vor allem von Schubert transkribiert. Über seine frühen Lieder bemerkte Liszt in einem Brief, sie seien «meistens zu aufgebläht...
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und...
Mit Gender-Crossing und Wikingermythos eine schwedische Nationaloper im Stil Wagners schaffen. Kein geringeres Ziel hatte sich der Schwede Wilhelm Stenhammar gesetzt, als er 1898 mit «Tirfing» sein zweites Werk für die Bühne komponierte. Doch der 27-Jährige hatte sich verschätzt: Die Oper fiel durch. Gerade 17-mal wurde «Tirfing» bis 1901 gegeben, um danach in der...
