Frauenstudien
Wieder so ein Missverhältnis auf dem CD-Markt, jenes zwischen der tatsächlichen Bedeutung des Stars und dem Widerhall auf Silberscheibe. Wer auch immer daran schuld ist, schlafende Plattenfirmen oder eine übervorsichtige Sopranistin: 14 Jahre jedenfalls ist es her, dass Dorothea Röschmann ein Solo-Album mit deutschen Arien von Händel vorgelegt hat. Und jetzt erst, man glaubt es kaum, folgt das Solo-Debüt als Liedsängerin. Unglaublich auch deshalb, hat sie doch in diesem Repertoire, bei Strauss und Schubert, besonders aber bei Schumann und Wolf ganz zu sich gefunden.
Die Karriere von Dorothea Röschmann ist nicht unbedingt glatt verlaufen. Auch, weil sich bei ihr als lyrischer Sopranistin naturgemäß die Frage stellte, ob und wie eine gereifte Künstlerin aus dem Susanna-Pamina-Fach zu neuen Ufern aufbrechen kann. Einer der ersten Schritte war 2003 die Münchner «Rodelinda». Hier und auch später, als die Gräfinnen, Agathen und Elsas kamen, spürte man: Das Ex-Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper war lange auf der Suche nach einem expansiveren Klang, ohne ihn mit letzter Sicherheit für sich zu entdecken. Eine gewisse Überpointierung des Vortrags schlich sich ein, eine Unstetigkeit bei ...
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Opernwelt Januar 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Markus Thiel
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