Im Einklang mit der Stille
Fernöstliche Esoterik als Antwort auf den westlichen Zivilisationsschock: Auch auf der Opernbühne scheint dieses Rezept zu funktionieren, das zeigt etwa der Erfolg von Toshio Hosokawas Musiktheater «Matsukaze» (Wind in den Kiefern). Nach der Brüsseler Uraufführungsproduktion (OW 6/2011), die auch in Berlin, Warschau und Luxemburg gezeigt wurde, folgte eine Inszenierung beim Spoleto-Festival im amerikanischen Charleston (OW 8/2013).
Jetzt bestätigte eine Neuproduktion im Kieler Opernhaus, dass das auf einen deutschen Text geschriebene 80-minütige Stück auch für mittelgroße Bühnen zu bewältigen und attraktiv ist.
Dumpfe Beckenschläge, Wassergeräusche, Glocken, Pauken, Streichergesumm, Trommeln, Flötengezirp – die Musik entsteht gleichsam aus dem Nichts heraus, imitiert Naturklänge, malt Bilder. Sie entwickelt sich langsam, verharrt auf dem einzelnen Ton, scheint aus der Stille herauszuwachsen und verklingt wieder in der Stille, ist über weite Strecken eher spirituell als dramatisch akzentuiert. Das Philharmonische Orchester Kiel unter seinem Dirigenten Leo Siberski nimmt sich des exotischen, für ein kleineres Orchester geschriebenen «Seelendramas» mit großer Sensibilität an.
Die ...
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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Gerhart Asche
«Cher Christof», «Très chère Jennie», «Salut Christof» oder einfach nur «Salut!» – auf sechs Seiten und in sieben Briefen geht das so. Die gemeinsame Annäherung ans Werk, das Fragen, das Umkreisen von Figuren, Bedeutung und Gehalt: Große, ehrwürdige Vorbilder kommen einem da in den Sinn. Der aktuelle Fall, abgedruckt im Programmheft, versammelt die Korrespondenz...
Von Peter Brooks «leerem Raum» ist keine Rede bei Donizettis «Don Pasquale» in der szenischen Exegese seiner Tochter Irina an der Wiener Staatsoper, im Gegenteil: Das Ganze ist eine quietschbunte, klamaukige Abrechnung mit unserer Event-Zeit, voller Slapstick, Scherz, Satire und Ironie – in Form von typisch angelsäschischem tongue in cheek, vor allem im ganz in...
Ihre «Schicksalsrolle», Cileas Adriana Lecouvreur, die sie 1938 zum ersten Mal sang, 1951 für ihr Comeback wählte und insgesamt länger als ein halbes Jahrhundert im Repertoire hatte, wobei die Galerie ihrer Tenorpartner von Beniamino Gigli bis Plácido Domingo reichte, hat Magda Olivero nie im Studio aufnehmen können. Deshalb waren ihre diversen Live-Mitschnitte in...
