Schönberg: Moses und Aron
Siebzig Jahre nach seiner Entstehung ist Arnold Schönbergs Opernfragment «Moses und Aron» noch immer eine künstlerische Herausforderung. Die Düsseldorfer Rheinoper, an der Schönbergs Hauptwerk 1968 seine westdeutsche Erstaufführung erlebte, hat sie mit der jetzigen Neuinszenierung glänzend bestanden. Das gilt vor allem für den groß besetzten Chor, der trotz der beiden Titelfiguren eigentlicher Handlungsträger ist.
Was der Chor, der anderthalb Jahre Probenzeit hinter sich hat, an diesem Abend darstellerisch wie gesanglich in vielfach geteilten Gruppen, aber auch als Kollektiv bewältigte, lässt sich in wenigen Worten kaum beschreiben. Die vielen Ausdrucksfacetten, vom Flüstern bis zum Schrei, vom skandierten Sprechgesang bis zum ekstatischen Hymnus, ganz zu schweigen von den fugierten Chorpassagen des Zwischenspiels, erklangen mit packender, stets differenzierter Artikulation. Gleiches lässt sich vom oftmals ungenauen, meist spröden, ja unsinnlichen Al-fresco-Spiel des Orchesters nicht sagen. Der Dirigent Wen-Pin Chien schien hauptsächlich mit der Koordination des vielstimmigen Geschehens beschäftigt. Einzig der Tanz um das Goldene Kalb geriet überzeugend.
Drei Elemente hat Schönberg ...
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