Surreales Ideentheater

Mainz: d’Albert: Tiefland

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Schon nachvollziehbar, dass just diese Oper zu den Lieblingsstücken Adolf Hitlers gehörte.

Denn jenseits der in ihrer schwermütigen Melodik und manchmal auch plakativen Machart an den italienischen Opernnaturalismus – Verismo – erinnernden Musik birgt die Fin-de-Siècle-Geschichte viel Treibstoff für eine «Blut und Boden»-Ideologie: Unverdorbener Junge – Pedro – aus unberührter Bergwelt trifft auf dekadente Urbanisation und setzt sich schließlich durch gegen die intrigante, verdorbene Welt, vor der er sich nur durch die Rückkehr in seine heile Welt retten kann, freilich nicht mehr alleine, sondern mit geläuterter Frau – Marta.

Nicht zuletzt deshalb wohl sind die Aufführungszahlen von «Tiefland» – Eugen d’Alberts ehedem so populärer Oper von 1903 nach einem katalanischen Schauspiel – zuletzt eher spärlich gewesen. Und nicht zuletzt deshalb verweist Regisseurin Katharina Wagner – auch sie weiß ein Lied von kontaminierten Stoffen und Namen zu singen – auf das historisch-politische Assoziationsgeflecht in Zusammenhang mit diesem Stück. Bei einer Figur wie dem herrischen Macho und Großgrundbesitzer Sebastiano, der sich des Missbrauchs an Marta seit ihrer Kindheit schuldig gemacht hat, ...

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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick

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