Authentischer Janácek aus Spanien
Das spanische Publikum lernte die Opern Leos Janáceks erst relativ spät kennen. Die Erstaufführungen von «Jenufa» und «Katja Kabanova» fanden 1965 bzw. 1973 in Barcelona statt. In beiden Fällen handelte es sich um Gastspiele tschechischer Ensembles. Der frenetische Beifall, den die Zuschauer in Barcelona und Madrid den aufgezeichneten neuen Produktionen dieser Opern spendeten, ist deshalb doppelt bemerkenswert und ein Hinweis darauf, dass Janácek heute auch in Spanien als gleichberechtigte Größe neben seinen Zeitgenossen Puccini und Strauss wahrgenommen wird.
Beide Aufführungen rechtfertigen die heftige Akklamation durchaus.
Olivier Tambosis Inszenierung der «Jenufa» in Barcelona vermeidet vordergründigen Realismus, stellt die Handlung in einen stilisierten Raum (Frank Philipp Schlößmann) und arbeitet mit starken Bildsymbolen. So wird der zweite Akt optisch von einem gewaltigen Stein bestimmt, der im ersten nur als Torso wie ein Fremdkörper ins Bild ragte und im letzten sich in ein steiniges Gelände auflöst. In der Personenführung beschränkt sich Tambosi auf das Wesentliche. Ohne großen Bewegungsaufwand und in konzentrierter Gestik bekommt das Drama archaische Züge.
Gestützt wird ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 20
von Ekkehard Pluta
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